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Adjani wird heute 60: «Ich trage die unmögliche Liebe in mir»

Paparazzi haben eine Heidenangst vor ihr, weil sie gern wegen Verletzung der Privatsphäre klagt: Heute wird Isabelle Adjani 60; das Bild hier ist genehmigt. (Archiv)

Paparazzi haben eine Heidenangst vor ihr, weil sie gern wegen Verletzung der Privatsphäre klagt: Heute wird Isabelle Adjani 60; das Bild hier ist genehmigt. (Archiv)

Leidenschaftlich, unbeugsam und unzugänglich: Ein Frauenbild - eine Paraderolle für Isabelle Adjani. Heute wird sie 60 - und findet Filme ohne Liebe immer noch langweilig.

Geschichten, in denen es nicht um Liebe gehe, langweilten sie, sagte sie vor wenigen Monaten in einem Interview. "Das muss ein transgenerationales Vermächtnis sein. Denn ich trage die unmögliche Liebe in mir", gestand die französische Schauspielerin der Wochenzeitung "Paris Match". Das hat sie beruflich in den Filmolymp katapultiert, privat zu schmerzvollen Trennungen geführt.

Adjani ist eine der grössten französischen Schauspielerinnen. Die Wochenzeitung "Le Nouvel Observateur" hat sie sogar zur "Reine Isabelle", Königin Isabelle, erkoren. Man brauche nur in ihre ultramarineblauen Augen zu schauen, um darin Camille Claudel, Adèle H. und Königin Margot wiederzuerkennen, schrieb das Magazin im vergangenen November.

Mehr César-Preise als jede andere

"Sie entflammt die Leinwand", begeisterte sich schon François Truffaut. In seinem preisgekrönten Filmdrama "L’Histoire d’Adèle H." spielte Adjani die Tochter des französischen Schriftstellers Victor Hugo, die sich unsterblich in einen britischen Offizier verliebte. Sie schaffte ihren Durchbruch als Filmschauspielerin und war mit 20 Jahren die jüngste Darstellerin, die für einen Oscar nominiert wurde.

Zur "Schauspielerin des Jahrzehnts" hat es Adjani 1990 unter anderem mit ihrer Rolle in "Camille Claudel" als unglückliche Geliebte des Bildhauers Auguste Rodin gebracht. Als Königin Margot in "La Reine Margot" erhielt sie den Filmpreis César. Bis heute ist sie die einzige Darstellerin, die fünfmal mit dem César als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.

Schön aber streitlustig

Als Adjani zuletzt 2009 bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen war, pfiffen die Fotografen sie aus und senkten ihre Kameras. Denn die Tochter eines aus Algerien stammenden Vaters und einer deutschen Mutter wird streitsüchtig, wenn es um ihre Privatsphäre und ihr Image geht. Sie hat Verlage und Zeitungen teilweise erfolgreich auf sechsstellige Summen verklagt.

Leidenschaftlich, unbeugsam und unzähmbar: Hinter dem Marmorgesicht verbirgt sich eine Schönheit, die mit dem Kopf durch die Wand geht. Aus der Pariser Arbeitervorstadt Gennevilliers hat sie es als 17-Jährige in die Comédie-Française geschafft, das renommierte Pariser Nationaltheater - als jüngste und erste Darstellerin, die ohne Schauspielstudium aufgenommen wurde.

Adjani hat zwei Söhne aus zwei verschiedenen Beziehungen und war unter anderem mit US-Schauspieler Warren Beatty und dem Musiker Jean Michel Jarre liiert. "Eine Frau, die zu verliebt ist, verdammt sich dazu, weniger geliebt zu werden. Leider weiss ich das zu genau", sagte sie offen der "Paris Match".

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