Eurovision Song Contest
Der Schweizer Höhenflug geht weiter: Marius Bear im grossen Finale

Der Appenzeller Sänger hat sich mit seinem Song «Boys Do Cry» souverän für das Finale des europäischen Liederwettbewerbs
in Turin qualifiziert.

Stefan Künzli
Drucken
Marius Bear am ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest in Turin.

Marius Bear am ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest in Turin.

Luca Bruno / AP

Die Anspannung war gross, die Erlösung um so grösser. Der Schweizer Beitrag «Boys Do Cry» von Marius Bear wurde im ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest gleich als erster Finalist bekannt gegeben. Die von den Wettbüros prognostizierte Zitterpartie blieb für den Schweizer Kandidaten Marius Bear deshalb aus. Die frühe Erlösung sagt aber nichts über die Platzierung aus. Die wurde vorerst nicht bekannt gegeben. Doch der Appenzeller Sänger hat seine Sache sehr gut gemeistert. Er sang gefühlvoll, sicher und und relaxed. Seine sonore Stimme kam bestens zur Geltung.

Marius Bear ging als vierter ins Rennen. Kein Firlefanz, kein Klamauk, stattdessen Reduktion und dezentes Licht. Damit sollte sich der Auftritt von Marius Bear von der Konkurrenz abheben. Im Mittelpunkt sollte allein der sentimentale Song und die berührende Stimme des hünenhaften Appenzellers stehen. Die Taktik ist aufgegangen. Die Schweiz ist nach Luca Hänni und Gjon’s Tears mit Marius Bear zum dritten Mal hintereinander im Finale vertreten. Ein Erfolg, der vor einigen Jahren noch kaum für möglich gehalten wurde. Nach einer langen Durststrecke mit vielen Zweifeln hat sich die Schweiz im Kreis der Finalisten etabliert und geniesst heute eine formidablen Ruf.

Balladen haben die Nase vorn. Die Party kann warten

Neben der Schweiz hat sich mit dem Kalush Orchestra aus der Ukraine erwartungsgemäss der grosse Favorit auf den Sieg durchgesetzt. Auffällig ist, dass vor allem melancholische Lieder und Balladen die Nase vorn hatten. Neben «Boys Do Cry» waren dies die Songs aus Armenien, Island, Litauen, Portugal, Griechenland und die Niederlande. Das Bedürfnis nach besinnlichen, nachdenklichen Liedern scheint in diesem Jahr besonders gross zu sein. Die Party kann warten.

Geschafft! Die Schweizer Delegation freut sich über die Final-Qualifikation.

Geschafft! Die Schweizer Delegation freut sich über die Final-Qualifikation.

Luca Bruno / AP

Die Wettbüros haben den Schweizer Sänger Marius Bear im ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest ganz knapp in den Top 10 erwartet. Mit der Qualifikation hat er das Minimalziel schon erreicht und kann am Samstag ganz entspannt ins Finalrennen steigen.

Neben Marius Baer haben es in das Finale vom Samstag geschafft: Armenien, Island, Litauen, Griechenland, Portugal, Norwegen, Moldawien, Holland und die Ukraine. Das vom Krieg betroffene Land wird bereits als Siegerin gehandelt.

Die besten Bilder vom Halbfinale des Eurovision Song Contests in Turin:

Das Halbfinale des Eurovision Song Contests in Turin wird moderiert von Mika (rechts), Laura Pausini and Alessandro Cattelan.
20 Bilder
Den Auftakt machte Ronela Hajati aus Albanien.
Citi Zeni aus Lettland performten ihren Song «Eat Your Salad».
Manika Liu aus Litauen gab ihren Song «Sentimentai» zum Besten.
Mit der Startnummer 4 performte der Schweizer Musiker Marius Bear seinen Song «Boys Do Cry» auf der Bühne in Turin.
Aus Slowenien reisten LPS an und spielten ihren Song «Disko».
Angesichts des andauernden Kriegs sind am Eurovision Song Contest alle Augen auf die Ukraine gerichtet: Das Kalush Orchestra in Aktion.
Das Intelligent Music Project aus Bulgarien voll im Element.
De Diepte aus den Niederlanden während ihrer Performance.
Das Moderatoren-Trio am Eurovision Song Contest in Aktion.
Zdob si Zdub & Advahov Brothers aus Moldawien performen ihren Song «Trenuletul».
Maro aus Portugal sing ihren Song «Saudade, Saudade».
Mia Dimsic aus Kroatien während ihres Auftritts.
Reddi aus Dänemark performten ihren Song «The Show».
«Halo» heisst der Song von LUM!X und Pia Maria aus Österreich.
Die Band Systur aus Island spielte den Song «Meo Haekkandi Sol».
Amanda Georgiadi Tenfjord aus Griechenland.
Der Preis für die wohl ungewöhnlichste Kostümierung dürfte an Subwoolfer aus Norwegen gehen.
Rosa Linn aus Armenien performte ihren Song «Snap».
Diodato (Mitte) aus Italien während seiner Performance.

Das Halbfinale des Eurovision Song Contests in Turin wird moderiert von Mika (rechts), Laura Pausini and Alessandro Cattelan.

Luca Bruno / AP

Aktuelle Nachrichten