Kultur

ETH-Architekten gewinnen «Goldenen Löwen» für Arbeit über vertikalen Slum

Die ETH-Professoren Alfredo Brillembourg (rechts) und Hubert Klumpner forschen und lehren auf dem Gebiet des informellen Urbanismus.

Die ETH-Professoren Alfredo Brillembourg (rechts) und Hubert Klumpner forschen und lehren auf dem Gebiet des informellen Urbanismus.

Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner sind an der 13. Architektur-Biennale in Venedig mit dem «Goldenen Löwen» ausgezeichnet worden. Ihr Studienobjekt war eine Bauruine in Caracas, in der sich mehr als 750 Familien niedergelassen haben.

Die Auszeichnung erhielten Brillembourg und Klumpner für ihre Installation «Torre David/Gran Horizonte», die einer Anwohnergemeinschaft in einem besetzten Hochhaus in Caracas (Venezuela) gewidmet ist, wie die ETH am Donnerstag mitteilte. Der originale Torre David steht in Caracas.

Bauruine ist ein vertikaler Slum

Das 45-stöckige Bürogebäude wurde wegen der Wirtschaftskrise in den 1990er Jahren nie fertiggestellt. Es blieb eine Bauruine, in der sich nach und nach mehr als 750 Familien einquartierten. Wasser und Strom organisierten sie sich selbst.

Ein Jahr lang haben Brillembourg und Klumpner mit ihren Teams die physische und soziale Organisation dieser Gemeinschaft untersucht. Sie wollten Wege finden, wie der Turm noch funktionaler und bewohnbarer gemacht werden kann. Derzeit wird das Projekt an der Architekturbiennale in Venedig mit der Installation «Torre David/Gran Horizonte» gezeigt.

Einsicht in «Transformationskraft informeller Gemeinschaft»

Die Jury zeichnete die Architekten aus für ihre «Einsichten in die Transformationskraft informeller Gemeinschaften», wie es in der Mitteilung heisst. Sie widme die Auszeichnung auch den Bewohnern des «Torre David», die sich «aus eigener Kraft ein neues Zuhause geschaffen haben».

Weiterführende Informationen über das Studienobjekt: «Torre David/Gran Horizonte»

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