Musik

Eliana Burki erobert mit ihrem Alphorn die ganze Welt

Eliana Burki lebt zum Teil in Los Angeles und macht Zwischenstation auf dem Hauptbahnhof Olten.

Eliana Burki lebt zum Teil in Los Angeles und macht Zwischenstation auf dem Hauptbahnhof Olten.

Die Feldbrunnerin Eliana Burki hat das Alphorn vom Bergler-Image entstaubt und als für alle Musikstile offenes Instrument populär gemacht. Nächste Woche tritt sie am Global Fusion Festival im Emirat Katar auf, danach erstmals in der Zürcher Tonhalle.

Eliana Burki hat die Liebe auf den ersten Blick erlebt. Mit dem Alphorn. Aufgewachsen in Feldbrunnen, lebt die Musikerin heute mehrheitlich in Los Angeles. «Ich bin aber nicht ausgewandert, wie ein Schweizer Boulevard-Blatt berichtete», lacht sie. Vielmehr hat sich das «Swiss Girl» aufgemacht, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein zweites Standbein aufzubauen.

Eliana Burki rockt das Alphorn

Eliana Burki rockt das Alphorn

Eliana Burki hat das Alphorn aus der Folklore-Ecke geholt und mit Funk, Pop und Jazz in der ganzen Welt populär gemacht. Eine Kostprobe davon gibt die CD «Travellin’ Root» mit der Band iAlpinisti. Ein Mix von multikultureller Musik und vielen Eigenkompositionen. Eine weitere Facette offenbart die Produktion mit dem Bayerischen Rundfunkorchester.

Mit diesem Spitzenorchester hat sie in München Alphornkonzerte von Daniel Schnyder und Jean Daetwyler aufgenommen. In Zürich führt sie das Daetwyler-Konzert und die Daniel-Schnyder-Bearbeitung einiger Eigenkompositionen aus «Travellin’ Root» für Alphorn und Sinfonieorchester am kommenden Samstag, 25. Februar, in der Tonhalle auf. Die Affinität zur Klassik verdankt sie ihrer Mutter, der Musikerin Erika Burki.

Erika Burki hat die Alphornistin auch in die Bayernmetropole begleitet, wo Eliana mit dem Bayerischen Rundfunkorchester zusammenarbeitete. «Plötzlich stand ich vor 65 Musikern, die glaubten, das Alphorn gehöre in die Berge, nicht in den Orchestergraben und schon gar nicht in die Klassik», erinnert sie sich. Doch Schweiss und Nervenstärke haben sich gelohnt, im Frühling kommt die Aufnahme auf den Markt.

Eliana gilt in der Branche als äusserst diszipliniert, ehrgeizig und belastbar. In schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren ist sie gewohnt. Die damalige Bundespräsidentin Doris Leuthard offerierte beim Staatsbesuch in Norwegen im Königspalast ein Konzert mit Eliana Burki. Die Band war bereits vor Ort, Eliana kam direkt von einem Auftritt in Peking. «Leider waren die Alphörner und das Gepäck nicht mitgeflogen», erzählt sie.

In ganz Oslo sei kein Alphorn aufzutreiben gewesen. Ein Königspaar warten zu lassen: auch für eine Eidgenossin unvorstellbar. Die Schweizer Botschaft vermittelte schliesslich eine entfernt wohnende Familie, die ein Alphorn besass. Dieses wurde schliesslich mit Polizeisirenen ins Schloss befördert und Eliana Burki begeisterte ohne Soundcheck und Proben das hochwohlgeborene Publikum mit Können, Charme und ungewohnten Klängen.

Die Solothurner Wurzeln und den Schweizer Pass schätzt die Vielfliegerin, die ausser Afrika schon durch alle Kontinente getourt ist. Sie hat eine musikalische Nische erobert und eine eigene Marke kreiert. Als Teenager hat sie neben den Konzertverpflichtungen und dem Studium an der Jazzschool in der Arztpraxis ihres Vaters gearbeitet. Heute arbeitet sie mit ihrer Band iAlpinisti und studiert an der Beverly Hills Playhouse Acting School Schauspiel.

Eliana Burki: «Der Unterricht hilft, mich in Englisch gewandter auszudrücken und schenkt Impulse für die Bühne.» Dort reüssiert sie nicht nur als Alphornistin, sondern auch als Komponistin («Heart of Cairo»), Sängerin und als intelligente und schöne Frau. Selbst Erfindergeist ist dem Multitalent und Konstrukteurin des Burki-Horns zu eigen: Ein Alphornaufsatz, mit dem über die sechzehn Naturtöne hinaus auch chromatische Töne gespielt werden können. Selbstverständlich werden am Konzert der Tonhalle Zürich beide Instrumente zu hören sein: das traditionelle Alphorn und das moderne Burkihorn.

Konzert «Alphorn virtuos – Alpenglühn mit Sinfonie, Eliana Burki und Symphonisches Orchester. Samstag, 25. Februar, um
19.30 Uhr, Tonhalle Zürich, grosser Saal.

Vorverkauf: www.billettkasse.ch oder Tonhalle-Kasse 044 206 34 34.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1