Zoo Berlin

Eisbär Knut ist tot

Knut ist tot: Berlins weltberühmter Eisbär brach am Samstag im Zoologischen Garten Berlin zusammen und trieb tot im Wasser des Eisbärgeheges. Knut wurde nur vier Jahre alt.

Woran Knut gestorben ist, ist bislang unklar. Laut Bärenkurator Heiner Klös befand sich der Eisbär allein im Gehege. Seine drei Mitbewohnerinnen, seine Mutter Tosca sowie die Eisbärinnen Nancy und Katjuscha, waren bereits eingesperrt. Um die Todesursache zu klären, soll Knut jetzt obduziert werden.

Knut, der im Dezember vier Jahre alt geworden war, lebte seit dem vergangenen Herbst mit den drei Eisbärinnen in einem Gehege. Zuvor war Knuts gleichaltrige Partnerin Gianna in ihren Heimatzoo nach München zurückgekehrt.

Das kurze Leben Knuts gleicht einem Märchen, war voller Freude und Leid. Knut bewegte die Menschen auf der ganzen Welt. Umso grösser der Schock am Samstag, als er tot im Wasser treibend gefunden wurde.

Von seiner Mutter verstossen, war der kleine Eisbär liebevoll von dem Tierpfleger Thomas Dörflein aufgezogen worden. Auch dieser starb unerwartet: Mit nur 44 Jahren erlag er 2008 einem Herzinfarkt.

810 Gramm wog der winzige Eisbär bei seiner Geburt am 5. Dezember 2006. Dörflein brachte ihn mit der Flasche durch. Dann der 23. März 2007: Die Weltpremiere des schneeweissen, knuddeligen Knuts, der als Symbol für eine bedrohte Art die Herzen der Menschen eroberte.

«Knut tut gut»

Die Geschichten und Bilder vom Publikumsliebling, zu dem zu Lebzeiten fast elf Millionen Menschen in den Zoologischen Garten kamen, gingen rasend schnell um die Welt. «Knut tut gut», auf T-Shirts und Kaffeetassen gedruckt, als samtenes Plüschtier, in einer Hauptrolle im Kino-Film «Knut und seine Freunde», im Buch eines amerikanischen Bestsellerautoren.

Dörflein, der ihn auf einer grünen Filzdecke hinter sich her zog, der einen zerknautschten Fussball zu Knut kickte, der mit dem Tier im tiefen Wasser Bauchplatscher und Tauchen übte. Knut, der Männchen machte fürs Publikum und Croissants im Flug auffing und verschlang, die Fans hatten viel zum Lachen. Sie kamen in Scharen wie zu keinem anderen Zoo-Tier in Berlin, Knut stellte sogar Gorilla Knorke, Panda Bao-Bao und Flusspferd Knautschke in den Schatten. Bis zu sieben Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen spülte der Hype um Knut in die Zoo-Kassen.

Die Knut-Story ging ans Gemüt und passte in die Zeit. "Knut steht gegen das Böse in den Nachrichten" sagte einmal sein Bären-Betreuer Heiner Klös im Zoo.

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