Hollywood feierte zum 84. Mal die Academy Awards. Es ist das Fest der Hochkaräter- und Gelegenheit für Modeblogger, sich auf einige Nominierte und Gäste zu stürzen wie die Aasgeier. Unverdrossen mokierten sie sich über «Oscar»-Gewinnerin Meryl Streep. In ihrem goldenen Lanvin-Kostüm «glänzte sie so sehr wie Oscar selbst», schrieb ein Blogger. «Leider nicht so wertvoll», fügte ein anderer hinzu.

Ebenfalls ein Fashion-Victim war Sandra Bullock, die im Gesicht etwas zu straff war, und ein Kleid von Marchesa trug. Das sass zumindest hinten richtig - vorne wirkte es, als sei etwas gänzlich bei der  Anprobe verschoben worden.

Auch Latino-Queen und Laudatorin Jennifer Lopez bekommet ihr Fett weg. Ihre Frisur, ihr Make-up und das teuflische Dekolleté lassen sie verboten gut aussehen - nur beim genaueren Hinsehen ist das Kleid von Zuhair Murad etwas zu eng.

Wenn auch  die Laudatio von Emma Stone («The help» wenig sympoathisch war (die Presse titulierte sie als «durchgeknalltes Huhn» ), ihre Robe war es. Stone bewies Stilsicherheit und Mut, wählte sie doch ein Kleid, das vorne Rot und hinten Pink war -Farben, die rothaarige Frauen zu meiden hätten, glaubten sie dem altbackenen Modediktat.

Cameron Diaz, die immer noch aussieht wie die ewige College-Schönheit, machte Furore in einem hautengen Gucci-Kleid, das ihren stromlinienförmigen Surfer-Körper unterstrich. Und die Gerüchte über die kürzlich aufgearbeitete Oberweite erneut aufflammen liess.

Sehr viel Klasse bewies Gwyneth Paltrow, die in einem hochgeschlossenen Kleid von Tom Ford kam, und den Zuschauern ein «Wow!» entlockte. Wenn auch ihre klapprigen Schlüsselbeine den Verdacht nahelegen, dass die Amerikanerin dem Magerwahn zu erlegen scheint.

Sehr dekorativ dafür war Michelle Williams, die Schauspielerin, die eine überzeugende Leistung als Marilyn Monroe gab. Sie trug ein vielbeachtetes Kleid von Louis Vuitton und sah in der pfirsichfarbenen Robe zum Anbeissen süss aus. Dicht hinter ihr folgte die herbe Mara Rooney, die Newcomerin aus dem David Fincher-Schocker «The Girl with the Dragon Tattoo». Sie trägt ein weisses, geometrisches Kleid von Givenchy, und ein rabenschwarzer Pony, der dermassen scharf aussieht, als könnte man sich daran schneiden.

Das Gegenstück zur spröden Mara ist Stacy Keibler, George Clooneys neue Lebensabschnittsfreundin. Die Wrerstlerin überragt den sexiest man forever auf ihren hochhackigen Schuhen um gefühlte 30 Zentimeter. «Sie ist fast zwei Meter gross», sagte Mr. Charming. Clooney scherzte denn auch, er habe seine eigene Oscar-Statuette gleich mitgebracht. In der Tat sah Stacy in ihrem goldenen Kleid mit Riesenschlaufe von Marchesa aus, als hätte er sieh erst grad vom Laufsteg geklaut.

Erfrischend klassisch da Penelope Cruz in einem zartblauen Traum von Armani. Wenn auch etwas konservativ und brav wirkend, schien sie von ihrem Traum in Tüll sehr angetan zu sein. «Ich weiss, was ich mag. Und ich weiss, was ich nicht mag», kommentierte die Spanierin ihre Wahl.

Allen den Rang abgelaufen aber hat einmal mehr Angelina Jolie. Ihr Samtkleid von Versace fiel durch deutliche Erotik auf. Der fast hüfthohe Schlitz ihrer weit fallenden Robe und das dazu passend ausgestellte weisse Bein wirkten auf dem roten Teppich ungewohnt sexy. Ihr Austellschritt auf der Bühne sorgte für so viel Aufsehen, dass er bei Twitter gleich einen eigenen Auftritt bekommt - als «Angelinas Leg». (cls)