Kultur

Die Luzerner Sängerin Eliane bleibt ihrer Linie auch auf dem fünften Album treu

Wurde 2012 «das grösste Schweizer Talent»: Eliane Müller.

Wurde 2012 «das grösste Schweizer Talent»: Eliane Müller.

Die Luzernerin Eliane Müller veröffentlicht ihr fünftes Album. Sie hat bei jedem einzelnen Song mitgeschrieben.

Es soll Leute geben, die, kaum geht es auf die 30 zu, ihr Leben noch einmal kräftig umkrempeln wollen. Stille Wasser verschütten plötzlich ein paar Gläser, rastlose Geister werden sesshaft. Eliane Müller, 29, macht derzeit noch keine Anstalten, auf ihren Lebenspfaden nach Abzweigungen Ausschau zu halten. Die Luzerner Sängerin veröffentlichte soeben ihr Album «Eliane», und es klingt unverkennbar nach, eben, Eliane. Breiter, melodiöser Klavierpop mit einem gewissen Hang zum Pathos. Viel Platz für die schöne Stimme, die Eliane dereinst zur Siegerin der Castingshow «Das grösste Schweizer Talent» getragen hat.

Das war 2012, und «Eliane» ist ihr fünftes Album seither. Nicht mal Lust auf Veränderung? Eliane lacht: «Ich finde nicht, dass ich immer dasselbe mache.» Fügt aber gleich an: «Wenn man sofort merkt, dass dies ein Eliane-Song ist, finde ich das ein Kompliment. Ich habe keine Lust, jetzt plötzlich alles anders zu machen und mich zu verbiegen, nur weil vielleicht gerade ein anderer Sound moderner wäre.» Die grösste Änderung, das gibt auch Eliane zu, ist eher kosmetischer Natur und von aussen gar nicht unbedingt hörbar: «Ich habe dieses Mal bei jedem einzelnen Song mitgeschrieben.»

«Zusammen getanzt, gelacht und geweint»

Eliane schreibt immer mit Songwritern zusammen. Die Chemie müsse stimmen. Sie erzählt von ihrer Reise im Büssli quer durch Skandinavien, wo sie beim gemeinsamen Songschreiben «gelacht, geweint und getanzt hat». Das sei schon verrückt, «ich kenne diese Leute manchmal nur ein paar Stunden und trotzdem spürt man eine gewaltige Energie».

Bei all diesen Songschreibe-Sessions sind viele Lieder entstanden. 12 davon haben es auf die Platte geschafft. «Ich weiss heute viel besser als noch vor fünf Jahren, was ich will», sagt Eliane. Das Aussieben der Songs sei trotzdem hart gewesen, «aber die Qual der Wahl zu haben, ist ja eigentlich ein Luxusproblem».

Was auffällt bei «Eliane»: Es ist über weite Strecken durchweht von einer gewissen Melancholie, es geht da und dort um Abschiede und Trennungen. Also gibt es doch eine Veränderung im Leben der Eliane? Sie winkt ab. «Meine Produzent hat während des Schreibens einmal gesagt, es klinge wie ein Break-Up-Album einfach ohne Break-Up.» Auch privat bleibt also zum Glück alles in der Spur, auch da sind keine Abzweigungen in Sicht.

Seit einiger Zeit ist die Hochdorferin mit Markus Peter, dem Bruder von Regierungsrat Fabian Peter, liiert, das Paar wohnt in Inwil. In einem Interview sagte Eliane mal, dass sie sich «schon fünf Kinder» wünsche. «Ich müsste wohl damit anfangen», lacht sie mit ihrer etwas herben Stimme. Derzeit habe sie aber gerade noch andere Prioritäten. Das Album, die Konzerte, die Arbeit. Nach ihrem Masterabschluss arbeitet Eliane derzeit in einem 40 Prozent Pensum in der Kommunikation im Gesundheitsbereich.

Dieses Mal nur englische Songs auf der Platte

So in zehn Jahren sehe sie sich aber schon mit Familie. «Vielleicht nicht mit fünf Kindern, aber schon ein paar», sagt sie und nimmt einen Schluck Ingwertee. Musik mache sie dann wohl auch noch, aber «ich glaube, dass mein Fokus dann schon auf der Familie liegt».

Während sie auf Konzerten auch Lieder auf Italienisch singt, finden sich auf «Eliane» nur englische Songs. Keine Lust mal auf Schweizerdeutsch zu texten, wie es gerade so angesagt ist? «Ich habe mir das schon überlegt», sagt Eliane. Ihr sei es wichtig, dass man ihre Texte und deren Inhalt verstehe. «Eine Songwriterin hat mir aber gesagt, ich merke dann schon, wenn ich so weit sei, dass ich auf Schweizerdeutsch texten soll.» Auch diese Abzweigung ist also nicht in Sicht. Wenn der Weg stimmt, muss man ihn auch nicht verlassen.

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