Der Schwarzspecht ist nicht nur schmuck anzusehen. Als "Zimmermann des Waldes" hat er laut SVS zudem eine Schlüsselfunktion im Ökosystem Wald. Aus diesem Grund lanciert der SVS mit ihm auch seine neue fünfjährige Kampagne "Biodiversität - Vielfalt im Wald".

Als Revier benötigt ein Schwarzspecht 400 bis 800 Hektaren Wald. In mindestens 40 Zentimeter dicke alte Buchen oder Tannen hämmert er mit seinem starken Schnabel seine Schlaf- und Bruthöhle. Diese bewohnt er dann drei bis sieben Jahre lang, bis er eine neue Unterkunft baut.

Viele Nachmieter

Die verlassene Höhle bleibt nicht lange leer: Als Nachmieter interessieren sich dafür mehr als 60 teils seltene Tierarten - vom Baummarder über die Fledermaus und den Raufusskauz bis zu Hornissen und Käfern.

Für seine Ernährung benötigt der Schwarzspecht Totholz. Jeder kennt vom Waldspaziergang her das typische "Trommelwirbel"-Geräusch. Je nach Resonanz erkennt der Schwarzspecht beim Pochen eine faule Stelle an einem - äusserlich vielleicht völlig intakten - Baum. Dort stochert er dann Ameisen, Käfer und Larven hervor.

Der SVS fordert nun dreierlei: Erstens müssen im ganzen Wald verteilt dicke alte Buchen und Tannen stehen - als Höhlenbäume. Zweitens müssen auch Bäume mit alten Spechthöhlen stehen bleiben - als Unterkunft für andere Tiere. Und drittens braucht es viel Totholz - für die Ernährung des Schwarzspechts und als Lebensraum vieler Kleinlebewesen.

Nachts ist Brüten Männersache

Der Schwarzspecht ist laut SVS übrigens ein Einzelgänger. Nur in der Brutzeit tun sich Männchen und Weibchen zusammen und benutzen dieselbe Höhle, um die drei bis fünf Jungen aufzuziehen.

Mitte April legt das Weibchen die Eier. Tagsüber brüten die beiden Eltern abwechselnd. In der Nacht ist dies alleinige Aufgabe von Vater Schwarzspecht.