Die amerikanische Blues-Legende B.B. King ist tot. Dies meldete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf Kings Tochter. King, einer der erfolgreichsten Blues-Musiker aller Zeiten, wurde 89 Jahre alt. Er starb am Donnerstag in Las Vegas. Dort sei er wegen Dehydrierung in ein Spital gebracht worden, Folge einer langjährigen Diabetes-Erkrankung.

B.B. King – «Rock Me, Baby», 28. Mai 2014 in Columbus (Ohio, USA)

B.B. King – «Rock Me, Baby», 28. Mai 2014 in Columbus (Ohio, USA)

B.B. King hat Generationen von Rock- und Bluesmusikern beeinflusst, und er trat auch bis ins hohe Alter noch auf - nicht zuletzt auch am Montreux Jazz Festival. Seine Gibson-Gitarre nannte er liebevoll "Lucille".

B.B. King – «I've Got a Mind to Give Up Living» (1968)

B.B. King – «I've Got a Mind to Give Up Living» (1968)

King veröffentlichte mehr als 50 Alben und gewann zahlreiche Preise. So erhielt er in seiner langen Karriere allein 15 Grammys, unter anderem für seine Songs "The Thrill Is Gone" und "There Must Be A Better World Somewhere" und für das gemeinsam mit Eric Clapton produzierte Album "Riding with the King". Zuletzt wurde 2008 sein Album "One Kind Favor" ausgezeichnet.

Der Regisseur des Dokumentarfilm "B.B. King - The Life of Riley", Jon Brewer, schrieb in einer Mitteilung: "Unsere Herzen sind gebrochen durch den Verlust von B.B. King. Er war ein aussergewöhnlicher Mensch und Musiker." Brewer hatte Kings Leben 2012 verfilmt.

B.B. King – Thrill Is Gone (25. November 1971)

B.B. King – Thrill Is Gone (25. November 1971)

«Vollkommene Hingabe an die Musik»

Der "King of the Blues" war am 16. September 1925 auf einer Baumwollplantage im US-Bundesstaat Mississippi unter dem Namen Riley B. King geboren worden. Als Kind sang er im Kirchenchor und lernte Gitarre spielen von seinem Onkel, einem Pfarrer.

1947 trampte er in die Blues-Hochburg Memphis, Tennessee, wo seine Karriere begann und schliesslich einen eigenen Blues-Club eröffnete. Den Durchbruch schaffte King Ende der 60er Jahre mit seiner Erfolgsnummer "The Thrill Is Gone".

B. B. King live in Montreux 1993 – «The Thrill Is Gone»

B. B. King live in Montreux 1993 – «The Thrill Is Gone»

1987 wurde er in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Zahlreiche renommierte Musiker wie John Lennon oder Eric Clapton gaben an, massgeblich von der Blues-Legende beeinflusst worden zu sein. 2004 erhielt King den schwedischen Polar Musikpreis, eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen für Musiker.

"Seine vollkommene Hingabe an die Musik, seine zahlreichen Aufnahmen und seine unermüdliche Tour-Tätigkeit über mehr als ein halbes Jahrhundert machen ihn zu einer der prominentesten Grössen des Blues", hiess es damals zur Begründung. King habe "fundamentale Bedeutung für die Entwicklung der modernen populären Musik".

Zu Gast bei Barack Obama

Im Februar 2012 war King zusammen mit anderen Musik-Legenden wie Mick Jagger, Jeff Beck und Buddy Guy bei US-Präsident Barack Obama ins Weisse Haus eingeladen.

Am Montreux Jazz Festival gehörte B.B. King zu den Stammgästen: Unzählige Male hatte der 2013 verstorbene Festival-Mitbegründer Claude Nobs den Musiker an den Genfersee eingeladen, zuletzt 2011.

In sozialen Foren wie Twitter trauerten am Freitag zahlreiche Kollegen um einen ganz Grossen. US-Sängerin Kelly Clarkson twitterte: "Als ich B.B. King das erste Mal hörte, sang er 'The Thrill Is Gone'. Die Art und Weise, wie er spielte und sang, trieb mir die Tränen in die Augen."

Ähnliches empfand offenbar auch Musikerkollege Lenny Kravitz: "B.B., jeder andere konnte Tausend Noten spielen und niemals sagen, was du mit einer einzigen ausgedrückt hast." "Ruhe in Frieden", schrieb Musiker Bryan Adams, und Schauspieler Samuel L. Jackson dankte B.B. King für "all die grossartige Musik".

Die traurige Nachricht vom Tod des grossartigen Musikers verbreitete sich auf Twitter wie im Lauffeuer rund um die Welt. (edi/sda)

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