Diese Idylle an der Vulkanstrasse in Altstetten wird vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr sein. Denn der Eishockeyclub ZSC Lions plant auf einem Teil des Schrebergartenareals seine neue Sport- und Eisarena. Für die betroffenen Pächter soll zwar ein Ersatzgarten gesucht werden, doch die mit viel Liebe zum Detail bewirtschafteten Gärten werden verschwinden. Noch wird aber der Businessplan verfeinert.

Turi Kuonen ist seit 28 Jahren Pächter auf dem Schrebergartenareal in Altstetten. Sein Garten würde dem ZSC-Stadion zum Opfer fallen. Deshalb hat sich Kuonen schon früh um einen Ersatz bemüht. Fündig geworden ist er in Affoltern, die Parzelle liegt sogar nahe bei jener seines guten Freundes Andreas Rast. Einen neuen Pächter für den alten Garten in Altstetten hat er bereits gefunden. Zusammen mit Andreas Rast bringt er am heutigen Drehtag seinen alten Garten auf Vordermann.

Von Basel nach Zürich

Für die Sommerstaffel «SF bi de Lüt - Das kleine Paradies» ist die Firma Tellfilm im Auftrag des Schweizer Fernsehens zuständig. Das kleine Team hatte bereits jene fünf Folgen von «SF bi de Lüt - Schloss Biberstein» gedreht, die letzten Winter ausgestrahlt wurden.

Für die neue siebenteilige Staffel tauchen sie in Bern, Basel und Zürich in die idyllische, wie eigene Welt der Schrebergärten ein. Sechs Gärtner mit sehr unterschiedlichen Geschichten werden porträtiert. «Diese kleinen Paradiese sind immer ein wenig bedroht», sagt Regisseur Roman Vital. Der Garten des einen Pächters wird überbaut, das Häuschen des anderen ist durch einen Brand total zerstört worden. Und trotzdem gibt es immer wieder die kleinen Lichtblicke und die Liebe zum Gärtnern ist geblieben.

Eineinhalb Monate für 45 Minuten

Turi Kuonen mäht seinen Rasen, sein Freund Andreas Rast schneidet mit der Motorsäge die Thuja-Hecke zurück. «Mein Garten soll wieder eine Gattung machen. Wenn ich jemandem etwas übergebe, will ich es korrekt tun», sagt Turi Kuonen. Vier Fische - Kois - lässt er im Teich zurück und hofft, dass sie vom neuen Pächter gut gepflegt werden. Auch einen Teil seiner Gartenzwergsammlung wird er nicht nach Affoltern zügeln. Den Garten hat der neue Pächter bereits bepflanzt: Mais, Kartoffeln, Kopfsalat und Tomaten gedeihen prächtig. Kuonen kommentiert: «Bei mir würde man aber kein Unkraut sehen.»

Turi Kuonen wird vom Kameramann Knut Schmitz aufgefordert, nochmals die Thuja-Äste zusammenzuräumen, damit er die Szene richtig einfangen kann. Es bleibt jedoch die einzige nachgestellte Szene am ganzen Nachmittag. Der Kameramann muss ein wachsames Auge haben, der Regisseur und der Ton-Mann, Reto Stamm, müssen schnell reagieren können, damit sie nicht bei einem plötzlichen Schwenker im Bild stehen.

Schrebergärtner ist ZSC-Fan

Vor diesem Drehtag hat das Team von Tellfilm Turi Kuonen schon mehrere Male besucht. Sie konnten einander kennen lernen und Vertrauen gewinnen. «Wir bilden die Wirklichkeit ab, dabei muss Vertrauen aufgebaut werden», sagt Regisseur Roman Vital. Dieses Vertrauensverhältnis könne nur über die Zeit entwickelt werden. So plant das Team pro Protagonisten rund 12 Drehtage ein, danach werden die Filme zusammengeschnitten, der Ton muss auf die Bildfolge angepasst werden und Farbkorrekturen müssen vorgenommen werden. Es braucht also rund eineinhalb Monate, bis eine Sendung der neuen Staffel - die rund 45 Minuten dauert - zum Ausstrahlen bereit ist.

Fürs Abschiedsfest trägt Kuonen Bänke und Tische von der Verwaltung in seinen Garten. Snacks, Servietten und Getränke hat er eingekauft. Schweren Herzens nimmt er Abschied von seiner kleinen Oase in Altstetten. «Es ist schon ein harter Abschied, aber ich freue mich eben aufs neue Stadion», sagt er. Er freut sich? Ja genau, denn Turi Kuonen ist seit Jahren ein eingefleischter ZSC-Fan. Aber nicht jeder auf dem Areal an der Vulkanstrasse wird den Batzen und das Weggli bekommen.

Erste Folge 8. Juli, 20.05 Uhr, SF 1.