Games: Dank einem «Unfall» zum Videospieldesigner

Der Luzerner Jonas Kamber feiert mit dem Spiel «Swing» sein Debüt als Videospielentwickler. Das Game wurde bereits rund 50000-mal heruntergeladen. Jetzt hat er Lust auf mehr.

Federico Gagliano
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Es sieht einfach aus, ist es aber nicht. Impression aus dem Spiel «Swing». (Bild: PD)

Es sieht einfach aus, ist es aber nicht. Impression aus dem Spiel «Swing». (Bild: PD)

Jonas Kamber arbeitet normalerweise an Benutzeroberflächen: Als freischaffender Applikationsdesigner hat er bereits an Projekten für Ricardo.ch, CSS oder die Post gearbeitet. Seit dem 31. Oktober ist der Luzerner nun auch Gamedesigner: Mit «Swing», welches kostenlos im App Store und bei Google Play zur Verfügung steht, feiert er sein Debüt.

Die Entstehung des Spiels sei ein «Unfall» gewesen: Kamber experimentierte ohne bestimme Absicht mit der Physik-Engine «matter.js». Darin lassen sich virtuelle Objekte manipulieren. Als Kamber diese Formen mit einem Faden verband und umherschwang, erkannte er das Potenzial für ein Videospiel.

Objekte schwingen und landen lassen

Sechs Monate und «irgendwo zwischen 500 und 1000 Arbeitsstunden» später ist «Swing» entstanden. Im Spiel schwingt man eckige oder runde Objekte und versucht, sie auf unterschiedlich grosse Plattformen landen zu lassen.

Jonas Kamber. (Bild: PD)

Jonas Kamber. (Bild: PD)

Das erfordert Geschick – und eine Prise Glück. 100 Levels stehen im fertigen Spiel zur Verfügung. Fällt etwas herunter, verliert man ein Leben. Sind diese aufgebraucht, kann man sich welche durch das Schauen eines Werbespots verdienen. Geduldige können einfach warten: Nach wenigen Minuten stehen wieder einige Leben zur Verfügung. Und wer sofort weiterspielen will, kann dafür bezahlen: 25 Leben kosten einen, 250 zwei Franken.

Herausforderung grösser als erwartet

Der Prototyp des Spiels hatte nur 20 Levels – bis daraus ein fertiges Spiel wurde, musste Kamber ­einige technische Hürden überwinden. «Auch wenn ‹Swing› super einfach wirkt, steckt technologisch einiges dahinter», erklärt er. Es sei anstrengend gewesen, tagelang nur am gleichen Problem zu arbeiten. Einen kleinen Rückschlag erlebte er auch während eines ganz anderen Teils des Spiels: Ein vom ihm ­geschnittener Trailer wurde vom App Store abgewiesen, weil darin stilisierte Smartphones vorkamen. Laut Apple dürfen keine physischen Geräte in solchen Previews gezeigt werden.

Trotzdem ist Kamber nun zufrieden mit dem fertigen Spiel: In der ersten Woche sei «Swing» bereits rund 50000-mal heruntergeladen worden. Er habe durch das Feedback bereits einiges gelernt. Deshalb arbeitet er nun an einer komplett überarbeiteten Version, die er noch in diesem Jahr veröffentlichen will. Was danach kommt, kann Kamber noch nicht sagen – «Swing» sei aber nur sein erster Schritt im Mobile-Games-Genre.

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