Peach Weber begeisterte sein Publikum im Wettswiler «Mettlen»-Singsaal

Zu alt für Ü-30, aber Lacher im Minutentakt

Peach Weber begeisterte im Wettswiler «Mettlen»-Singsaal: Ü-30 heisst «über dreissig». Peach Weber ist über 30, deshalb ging er hin. Nun, es sei zwar eine Ü-30, aber zugleich eine U-60 Party gewesen.

Das und viel anderes erzählte er letzten Donnerstag im Singsaal des Mettlenschulhauses in Wettswil den schätzungsweise zweihundertfünfzig Zuschauern, darunter eine Menge junger Leute. Der Anlass war inklusive Apéro vom Podium Wettwil offeriert worden, und es wurde gelacht im Minutentakt, denn Peach Weber lieferte Gag um Gag.

Von «Blocherli» und «Mörgeli»

Er sitzt wie immer auf einem Stuhl, hält sich an der Gitarre auf seinem Schoss und hat vor sich den Notenständer, von dem er sein Programm ablesen kann, ohne dass einer es merkt. Es kommt tatsächlich so rüber, als plaudere er ungezwungen aus seinem Leben und wie wenn ihm alles in diesem Moment einfallen würde. Das ist seine eine grosse Kunst. Seine andere ist, dass er wirklich Humor hat und seine dritte, dass er inzwischen (er ist ja 30 Jahre im Geschäft) genau weiss, was im Publikum ankommt. Und weil er weiss, dass Sex am besten ankommt, streut er hin und wieder etwas davon ein, aber es hält sich in Grenzen. Er nimmt Rücksicht auf die Kinder, die im Publikum sind und sicher die eine oder andere Pointe in dieser Richtung gar nicht verstanden haben.

Zwischendurch singt er flotte selbstgedichtete Lieder: «Guets Blocherli, guets Blocherli, äh, äh, excüsi, guets Mörgeli, guets Mörgeli ...», und später singt er vom «ganz arme Raucherli» und die zweite Zugabe, der «Marihu- Marihu- Marihuana-Song» ist absolut köstlich. Dazu kommen ein paar Gedichte vor, meist kurze, und es wird klar: Er hat Spass an Wortspielereien. Er bringt zwar hin und wieder einen Witz, der bekannt ist, aber meist sind es Witzeleien, die er sich ausgedacht haben muss. Gut kommt an, wenn er über sich selber frotzelt: «Früher bin ich wiit und breit de Schönscht gsi, jetzt bin ich nume wiit und breit.» Dann über das Kopfdenken und das Bauchgefühl: «Also ich selber lose immer uf miin Buuch und der seit meischtens: Friss es.» Er mache auch gerne Kreuzworträtsel, so Weber. Natürlich wisse er die Lösung für «Höchstbegabter» mit fünf Buchstaben, das sei nämlich das Wort «Genie», aber «wenn niemert luegt, dänn schriib ich ‹Peach› ane.»

«Nordic Rolling» im Altersheim

Ausserdem schimpft Peach Weber über den Wettbewerb der Menschen untereinander: Jeder wolle das bessere Auto haben, die schöneren Schuhe, die steilere Karriere. Ja, das gehe bis ins Altersheim. «Wer hät de schnelleri Rollstuhl, de höcheri Bluetdruck ...». A propos Alternsheim: Die machen dort «Nordic Rolling».

Und wie er die Übergänge gestaltet, also die Themen wechselt, das geschieht ganz easy, das macht ihm so schnell keiner nach, das verrät den alten Hasen im Beruf. Er weiss genau, wie er es bringen muss, dass der ganze Saal schallend lacht. Und er lachte oft schallend. Super Performance, Peach Weber.

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