Ausstellung

Zeichnungen von Peter Radelfinger in Bern - Von Vögeln und Käfigen

Zeichnungen von Peter Radelfinger

Zeichnungen von Peter Radelfinger

Das Kunstmuseum Bern zeigt vom 24. Juni bis 27. September unter dem Titel «Alle haben einen blauen Finger» Zeichnungen und Animationen von Peter Radelfinger. Die drei aktuellen Werkgruppen widmen sich gesellschaftlichen Themen und stossen Grenzen an.

Die Serie "Endlich komm ich in den Zwitscherraum" nimmt mit hunderten blauer Vögel Bezug zur Kommunikationsgesellschaft. So wandeln sich etwa Vogelhäuschen zu Überwachungskameras, die Vögel sind auf Bildschirmen abgebildet oder verschmelzen gar mit abstrahierten Ästen, auf denen sie sitzen.

Ihm gehe es dabei auch um die Frage, an welchem Punkt das Vogelnest zum Käfig wird, wo Geborgenheit sich zu Gefangenschaft wandelt, sagte Radelfinger in Bern vor den Medien. Die Vögel sind dabei als Analogie zum Menschen zu verstehen.

Vom Medientransfer tangiert ist auch die Serie "Kissen und Falten". Der Künstler will jeden Tag nach dem Aufstehen sein Kissen mit dem Abdruck, den sein Kopf hinterlassen hat, zeichnen. Die digitale Zeichnung wird in der Ausstellung von einem Plotter gedruckt. Davor türmen sich Falten um Falten von Papier.

Es ist Radelfinger wichtig, den Arbeitsprozess sichtbar zu machen. "Vielleicht kommt am Ende auch etwas anderes raus", meint er dazu. Rund 1000 Kissenzeichnungen besitzt der Künstler, der 1953 in Bern geboren wurde und in Zürich lebt und arbeitet, bereits.

Die Gruppe "Jokeanima" rundet die Ausstellung mit Projektionen von kleinformatigen Kugelschreiberzeichnungen ab. Die Zeichnungen, die sich etwa mit menschlichen Beziehungen befassen, werden in der Animation nur minimal bewegt, wodurch sie Doppelsinn und zusätzlichen Witz erhalten.

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