Peter Siegrist

Der Menziker Grossrat Ruedi Weber (Troleruedi) überraschte an der Startveranstaltung zum Projekt «Erzähltal» mit einer eher unpassenden Geste. Während seiner Grussbotschaft klingelte sein Handy. Weber unterbrach seine Worte und telefonierte drauflos. Dann piepste ein zweites Handy und Weber wurde mit seinem Schalk selber zum Geschichtenerzähler. «Zwei Telefone und am Notebook ein Gespräch übers Internet, das zeigt, wie uns die totale Kommunikation in den Wahnsinn treibt», sagte Weber.

Mit dem Erzähltal wollten die Organisatoren jetzt einen Kontrapunkt setzen. «Wir halten unserer Zivilisationsschwäche für einmal die feinen Töne entgegen», rief Weber den Zuhörern zu, «wir schenken unseren Geschichtenerzählern unser Ohr.» Weber hat mit vielen andern im Kreativ-Team das Projekt Erzähltal konzipiert und freut sich jetzt auf die ersten Kostproben übers diesjährige Bettagwochenende.

«Liebe Erzähltalerinnen»

Thomas Huber, Vizepräsident des Regionalplanungsverbandes Wynental, nahm in seinem Grusswort die im Tal bekannten Wortspiele auf und erklärte, wie der Projektname in die Reihe passe. «Einst war das Wynental mit seiner Baumwolle- und Tabakindustrie ein Industrietal. In den Achtzigerjahren wurde es in Pressekolumnen zum «Tal der Ahnungslosen», um später, parallel zum Niedergang der Metallindustrie, zum «Jammertal» zu werden», sagte Huber. «Und das wollen wir jetzt verlassen, indem wir neu das ‹Erzähltal› anhängen.» So wie der Abschwung beginne auch der Aufschwung in den Köpfen, meinte Huber und forderte die Zuhörer zum kulturellen und gesellschaftlichen Aufschwung und Zusammengehen auf.

Eine verbandelte Region

Grossrätin Christine Haller, ebenfalls Mitglied der Kreativgruppe, hatte den verschiedenen Gemeindevertretern vorgängig einen Strick in die Hand gegeben. Jetzt liess sie die Stricke zusammenknüpfen und demonstrierte damit, wie im Projekt die Talgemeinden «gemeinsam an einem Strick ziehen werden».

Teammitglied Siegfried Sommerhalder begrüsste die Botschafter der einzelnen Gemeinden. «Sie sind der Motor, tragen unsere Botschaft hinaus und sorgen für die neue Identifikation unserer Region.» Die Veranstalter hoffen am 18. und 19. September auf einen grossen Publikumsaufmarsch, wenn es in Museen, Fabrikhallen, Kindergärten und Werkhöfen heisst: «Lüüt vo do verzelle.»