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Wo das Tram übernachtet und gepflegt wird

Esswaren und Gratiszeitungen: Im Tram sammelt sich viel Abfall an. silvan kämpfenEsswaren und Gratiszeitungen Im Tram sammelt sich viel Abfall an. Silvan Kämpfen

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Esswaren und Gratiszeitungen: Im Tram sammelt sich viel Abfall an. silvan kämpfenEsswaren und Gratiszeitungen Im Tram sammelt sich viel Abfall an. Silvan Kämpfen

Die Veranstaltungsreihe «Hinter die Kulissen schauen» der Stadt Zürich machte an diesem Wochenende im VBZ-Tramdepot Kalkbreite halt.

Silvan Kämpfen

Tausende fahren täglich in Zürich mit dem Tram. Doch was es alles braucht, damit die Strassenbahn (meistens) problemlos unterwegs ist, wissen wohl die wenigsten. Andres Türler, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich, und die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) schufen in der Nacht auf Samstag Abhilfe und luden ein zu einem Besuch im Tramdepot Kalkbreite.

Fünf Angestellte an der Arbeit

«Es ist eine Arbeit, die man sonst nicht sieht. Dass ein Tram immer gewartet ist, wird als selbstverständlich erachtet», sagte Türler. Zu Beginn der Veranstaltung um 00.30 Uhr zeigte sich der Stadtrat denn auch erfreut ob des grossen Besucheraufmarsches. Für die 50 Plätze gingen laut einer VBZ-Sprecherin über 100 Anmeldungen ein.

Das interessierte Publikum kam auf seine Kosten. Während der Führung wird einem schnell bewusst, dass das Tramdepot nicht nur ein einfacher Abstellplatz ist. Sind die rund 100 Fahrzeuge einmal alle «nach Hause» gekommen, müssen sie zunächst gereinigt werden. Esswaren und Gratiszeitungen tragen ihren Teil dazu bei, dass sich jedes Jahr 600 Container mit je 800 Litern Abfall füllen.

Wie andere Maschinen werden auch Trams immer wieder von Wehwehchen geplagt: Von «Blinker hat Aussetzer» über «Ansagen zu laut» bis hin zu «Verlust der Bergautomatik» ist auf den Protokollen alles zu lesen. Solche Schäden werden wenn möglich in derselben Nacht repariert, damit das Tram am Morgen wieder schienentüchtig ist.

Interessant sind auch die Arbeiten, die zwar nicht täglich, aber doch in regelmässigen Abständen erfolgen: So muss das Tram auch einmal in die hauseigene Waschanlage oder an die Zapfsäule. Getankt wird nicht etwa Benzin, sondern Sand. Dieser wird beim Bremsen in die Schienen gestreut. Gerade zu Zeiten des vielen Herbstlaubs ist dies wichtig für die Sicherheit.

Bemerkenswert ist schliesslich, dass diese intensiven und verantwortungsvollen Arbeiten von lediglich fünf Angestellten bewältigt werden. Ihre Schicht dauert solange, bis die Trams ihre Arbeit wieder aufnehmen und das Depot verlassen.

Die nächste Führung wartet

Nach eineinhalb Stunden ist die Führung beendet. Ziel von Andres Türler war es auch, die Bevölkerung auf die Notwendigkeit des Depots aufmerksam zu machen. Denn es wird langsam eng im fast hundertjährigen Gebäude - nicht zuletzt wegen der vielen breiten Cobras.

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