Dietikon
«Wir müssen jetzt handeln»

Der Verein Kultur Krone setzt Druck auf, um beim Umbau der Kronenliegenschaften im Dietiker Zentrum das gewünschte Raumangebot zu erhalten. Letzlich könnte das Volk über den Planungskredit entscheiden.

Drucken
Teilen
Krone Dietikon

Krone Dietikon

Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

Nach dem Dialog die Konfrontation: «Wir haben einen Paradigmenwechsel vollzogen», sagt Stefan Baier, Co-Präsident des Vereins Kultur Krone. «Wir werden nun auch politisch vorgehen, um unsere Anliegen zur Sprache zu bringen.» Bislang habe der Verein, der sich für mehr Kulturraum in Dietikon einsetzt, das Gespräch mit den Behördenvertretern gesucht, so Baier.

«Uns geht es nicht nur um Platz für Veranstaltungen, sondern um Raum, der Kreativität zulässt, wo getanzt, wo geprobt werden kann, Raum auch, der für Versammlungen, Projekte und Kurse geeignet ist», erklärt Baier. Seit dem Ende des Schellerareals, dessen Liegenschaften vor der Neugestaltung mit der Überbauung Trio von der Bevölkerung für vielfältige Aktivitäten und Begegnungen genutzt werden konnten, sei die Situation sehr schwierig.

«Nicht aus der Luft gegriffen»

Um den Wunsch nach mehr Raum bekannt zu machen, auf seine Verwirklichung hinzuwirken, habe man, hält Baier fest, verschiedentlich Kontakt mit dem Stadtrat gehabt, habe der Exekutive beispielsweise eine Analyse mit dem Raumbedarf der Dietiker Vereine vorgelegt. «Wir wollten zeigen, dass unsere Forderung nicht aus der Luft gegriffen ist. Es geht nicht um ein kleines, elitäres Grüppli von Kunstschaffenden. Es soll Raum entstehen, der mehr Lebensqualität für die ganze Bevölkerung darstellt», so Baier.

Des Weiteren habe man dem Stadtrat einen offenen Brief mit den Forderungen zukommen lassen und habe einen Informationsabend für die Parlamentarierinnen und Parlamentarier organisiert, führt Baier aus - allerdings mit wenig Resonanz.

Mit dem vom Stadtrat beim Parlament beantragten Kredit über 1,45 Millionen Franken für die Planung des Kronenareals ist für den Verein der Zeitpunkt gekommen, die Aktivitäten auf die politische Ebene zu verlagern. «Wir müssen jetzt handeln - wenn der Kredit gesprochen ist, ist es zu spät. Dann hat der Stadtratfreie Hand», so Baier.

Update

Planungskredit Auf dem Kronenareal im Dietiker Stadtzentrum plant die Stadt mit Architektin Tilla Theus das Projekt Flussbalkone. Vorgesehen sind die Erneuerung von Zehntenscheune (mit Platz für Kultur) und «Altem Bären» sowie der Bau mehrerer Wohnhäuser. Für die Projektierung bis zur Baubewilligung beantragt der Stadtrat dem Parlament einen Kredit über 1,45 Millionen Franken. (mke)

Verein bemängelt Kreditantrag

Bereits verfasst wurde ein Brief an die Parteipräsidenten und Fraktionschefs. Darin wird der stadträtliche Antrag für den Planungskredit bemängelt. Kritisiert wird, dass nur der im Obergeschoss der Zehntenscheune geplante Saal für kulturelle Zwecke nutzbar gemacht werden solle; zur Nutzung des «Alten Bären» würden gar keine Angaben gemacht. Auch erfahre man nichts, so der Verein, über die Rechtsform für den Betrieb der Liegenschaften - dies bedeute, «dass ein Verkauf der Liegenschaften, speziell auch der Zehntenscheune und des ‹Alten Bären›, nicht ausgeschlossen wird». Der Stadtrat gehe «somit in keiner Weise auf die Anliegen» des Vereins ein.

Stimmt das Parlament dem Kredit zu, will der Verein laut Baier das Ergreifen des Referendums prüfen. Dazu sind 400 Unterschriften von Stimmberechtigten nötig - eine Marke, die der Verein mit rund 180 Mitgliedern fristgerecht zu sammeln hofft. Möglicher Abstimmungstermin ist der 29. November.

Aktuelle Nachrichten