Monte Verità

Wiege der Alternativbewegungen im Tessin soll aufgewertet werden

Innenansicht in die Ausstellungsräume des der Monte-Verita-Kolonie gewidmeten Museums Casa Anatta

Innenansicht in die Ausstellungsräume des der Monte-Verita-Kolonie gewidmeten Museums Casa Anatta

Das historische Erbe auf dem Monte Verità oberhalb von Ascona soll aufgewertet werden. Als dringend erweist sich die Renovation der drei Gebäude, die zum Museumsrundgang gehören. Die Kosten für die Restauration werden auf drei Millionen Franken geschätzt.

Besonders der hölzerne Teil der Gebäude sowie die technischen Einrichtungen würden sich in einem prekären Zustand befinden, schreibt die Stiftung Monte Verità in einem Communiqué.

Man habe die Renovationskosten mit drei Millionen Franken bewusst hoch angesetzt, um vor Überraschungen gefeit zu sein. Es handle sich um ein einmaliges architektonisches und kulturelles Erbe, das es zu erhalten gelte.

Aus der Pionierzeit der lebensreformerischen Künstlerkolonie sind auf dem Monte Verità drei Gebäude übrig geblieben, die den heutigen Museumsrundgang bilden: Casa Anatta, Casa Selma und ein Pavillon aus Holz.

Während die Casa Selma eine typische "Licht-Luft-Hütte" ist, diente die 1902 errichtete Casa Anatta den Gründern der Naturistenkolonie als Wohnhaus. Mit seinem Flachdach, den doppelten Wänden und Rolltüren galt es einst als "originellstes Schweizerhaus in Holz".

Heute beherbergt die Casa Anatta eine permanente Ausstellung über die Geschichte des Monte Verità und seiner Kolonie, der in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Lebensreformer, Pazifisten, Anarchisten, Theosophen und Flüchtlinge angehörten.

Viel zur Wiederentdeckung von deren Ideen trug die Ausstellung mit dem Titel "Mammelle della verità" von Harald Szeemann bei. Die Schau wurde in Zürich, Berlin, München und Wien gezeigt und war ein grosser Erfolg, da sie dem Bedürfnis nach Alternativen in den 1970er Jahren eine historische Grundlage gab.

Die Kosten für die Renovation der Gebäude sowie die Neuausrichtung des Hügels unter dem Titel "Monte Visione" werden mit insgesamt 5,6 Millionen Franken veranschlagt.

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