Der 1983 geborene Westschweizer Antonin Schopfer trat mit "Déjà" an, seinem bereits im Juli am Neuchatel International Fantastic Film Festival (NIFFF) preisgekrönten Beitrag über einen jungen Mann, dessen Leben im Flug zu vergehen scheint. Guillaume Prin gibt darin überzeugend den irritierten Angestellten.

Ein Favorit des Publikums in Locarno war "Las Pelotas", der Wettbewerbsbeitrag des teilweise in Argentinien ausgebildeten Chris Niemeyer. Zwei Paare in dem fussballverrückten Land wollen ihre guten Gene koppeln. Um Partnertausch geht es dabei natürlich nicht - sondern um Wissenschaft, "Genetik", wie sie versichern.

In Wien spielt "Freud's Magic Powder", eine US-schweizerische Koproduktion, in der darüber spekuliert wird, wie Sigmund Freud wohl das Konzept des Ödipus-Komplexes entwickelt haben könnte. Das Werk von Eduoard Gétaz kam beim Publikum in dieser starken ersten Hälfte des nationalen Wettbewerbs ebenfalls gut an.

Auf der Piazza Grande wurde am Donnerstagabend die Weltpremiere von "Unter Bauern - Retter in der Not" von Ludi Boeken gefeiert. Differenziert und berührend erzählt der Film die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die von katholischen deutschen Bauern vor dem Holocaust gerettet wurde.

Die historischen Hintergründe, etwa die Lage der deutschen Katholiken zwischen den Befehlen der Nazis und den Empfehlungen ihrer Kirche, werden dabei kaum beleuchtet.