Justiz

Weiteres Geständnis im Prozess um falsche Giacometti-Kunst

Einige gefälschte Giacometti-Skulpturen (Archiv)

Einige gefälschte Giacometti-Skulpturen (Archiv)

Der mutmassliche Drahtzieher des grossangelegten Betrugs mit gefälschten Skulpturen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti hat am Donnerstag ein weitgehendes Geständnis abgelegt.

Der Kunsthändler aus Mainz habe billigend in Kauf genommen, dass es sich bei den Skulpturen um wertlose Fälschungen handle, erklärte der Anwalt des Angeklagten vor dem Stuttgarter Landgericht.

Der Mann war bereits Anfang 2010 wegen Betrugs mit Fälschungen von Werken des Künstlers zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden. In der neuen Anklage wird ihm vorgeworfen, seit 2003 eine Vielzahl von Fälschungen für insgesamt neun Millionen Euro verkauft zu haben.

Im August 2009 war in Mainz ein Lager mit rund 1000 gefälschten Bronzen des Bildhauers ausgehoben worden. In der vergangenen Woche waren bereits drei Mitangeklagte nach Geständnissen zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht verurteilte eine Lehrerin und einen 69 Jahre alten früheren Inhaber eines Auktionshauses wegen bandenmässigen und gewerbsmässigen Betrugs sowie Urkundenfälschung. Der Neffe des 69-Jährigen wurde wegen Beihilfe schuldig gesprochen.

Laut Anklage wurde den Kunden erzählt, die Bronzen des Bildhauers stammten aus einem von den Erben Giacomettis geheim gehaltenen Fundus. Zum Beweis der Echtheit seien gefälschte Zertifikate gezeigt worden.

Zur Stützung der fantasievollen Legende sei ein Buch mit dem Titel "Diegos Rache" vorgelegt worden. Damit sollte die Echtheit untermauert werden. Die Skulpturen trugen nach Darstellung der Anklage die für den Künstler typischen Signaturen und ebenfalls gefälschte Stempel der Giesswerkstätten.

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