Zahlreiche dieser Werke drehen sich um anspruchsvolle Themen wie Abtreibung, Inzest, Mädchenbeschneidung, Gewalt gegen Frauen und Kinder oder die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Vor zwei Wochen erst würdigte der Kanton Wallis die Regisseurin mit dem kantonalen Kulturpreis für ihr anerkanntes Lebenswerk, wie es hiess.

Ihre Laufbahn startete die in Lausanne unter dem Namen de Kalbermatten geborene Roussopoulos in Paris, wo sie sich 1967 niederliess. Sie arbeitete erst als Journalistin für das Magazin "Vogue", später wechselte sie zum Film.

Sie hielt mit der Kamera die 68er-Bewegung fest und zeigte insbesondere die Kämpfe von Frauen. Während fast vierzig Jahren filmte sie anschliessend in Frankreich aus dem Innern der sozialen Bewegungen - vom Kampf der Lyoner Prostituierten für normale Frauenrechte bis zu modernen Genderfragen.

Roussopoulos schloss Freundschaft mit Autoren wie Jean Genet oder Simone de Beauvoir. Gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden gründete sie 1982 in Paris auch das feministische Centre audiovisuel Simone de Beauvoir. 1995 kehrte sie definitiv zurück ins Wallis, wo sie 2004 auch den Preis der Stadt Sitten erhielt.