Eine sechsköpfige Fachjury wählte die Preisträger-Projekte aus 142 eingereichten Werken aus. Der Hauptpreis in Höhe von 15'000 Franken geht an Navid Tschopp. Für sein preisgekröntes Projekt "Renaissance / Résistence" griff er in Eigenregie in Zürich West in den öffentlichen Raum ein: An einem Hochhaus brachte er die Aufschrift "Renaissance" und an einem danebenstehenden Altbau "Resistence" an.

Die mit 5000 Franken dotierten Anerkennungspreise erhielten Yves Netzhammer und Katja Schenker. Netzhammer schuf mittels handelsüblichen Bau-Visierstangen einen imaginären Raum über einer alten Villa. Dem Stadtrat von Diessenhofen gefiel das nicht: Er liess das nun ausgezeichnete Kunstwerk "Das Instrument des Horizontes - Die Partitur des Blicks" demontieren.

Eine Kontroverse löste auch der "Kerberos" von Katja Schenker aus: ein rostiger Zaun rund um die Kehrichtverbrennung in Winterthur. In der Öffentlichkeit wurden die hohen Kosten bei billigem Material debattiert.

Die Verleihung der Visarte-Preise bildet den Auftakt zum 150-Jahr-Jubiläum des Berufsverbands visarte.schweiz. Hintergrund der Preisstiftung war der Bauboom, schreibt visarte - er habe viele künstlerisch herausragende Kunstprojekte im öffentlichen Raum entstehen lassen. Der Preis soll ein Bewusstsein dafür entstehen lassen.

Parallel zur Auszeichnung entsteht eine umfassende Datenbank, die alle Beteiligten - Künstler, Bauherren, Expertinnen - miteinander vernetzt.