Todesfall

Übersetzerin Swetlana Geier 87-jährig in Freiburg gestorben

Die renommierte Literaturübersetzerin Swetlana Geier ist tot. Sie starb am späten Sonntagabend in ihrem Haus in Freiburg, wie der S. Fischer Verlag am Montag mitteilte. Die Schriftstellerin und Übersetzerin wurde 87 Jahre alt.

Die in Kiew geborene Geier galt als eine der bedeutendsten Übersetzerinnen russischer Literatur ins Deutsche. Zuletzt hatte sie ein Werk des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski (1821-1881) bearbeitet.

Swetlana Geier sei viel mehr als eine Übersetzerin gewesen, sagte die Verlegerin des S. Fischer Verlags, Monika Schoeller: "Die Literatur hatte nie eine leidenschaftlichere Vertraute als Swetlana Geier. Sie hat Brücken gebaut, die uns für immer tragen werden." Mehr als sechs Jahrzehnte übersetzte Geier literarische Werke.

Einer ihrer Schwerpunkte waren die Romane von Dostojewski. Zudem übertrug sie Literatur unter anderem von Leo Tolstoi (1828- 1910), Iwan Bunin (1870-1953) und Michail Bulgakow (1891-1940) sowie mehrere Romane von Alexander Solschenizyn (1918-2008) ins Deutsche.

Geier lebte seit 1944 im Freiburger Vorort Günterstal. Sie lehrte an den Universitäten Freiburg und Karlsruhe in Baden-Württemberg sowie an der Universität Witten-Herdecke in Nordrhein-Westfalen.

Geier ist die zentrale Figur des Schweizer Dokfilms "Die Frau mit den 5 Elefanten" (2009) von Vadim Jendreyko. Als fünf Elefanten werden die fünf grossen Romane Dostojewskis bezeichnet.

Jendreyko gewann für sein feinfühliges Porträt der Übersetzerin zahlreiche Preise, darunter den Quartz 2010 für den besten Schweizer Dokfilm. Das Werk war auch an ein Publikumserfolg: Über 30'000 Eintritte wurden in der Schweiz gezählt.

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