Es handelt sich um die Nachlässe der Pressefotografen Carl Jost, Walter Nydegger und Hans Schlegel - und um das Archiv der "Berner Zeitung" mit etwa einer halben Million Bildern aus der Zeit von 1950 bis 2000.

Die Zeitung überliess die Fotos dem Kanton, dieser hat sie in letzten Jahren aufbereitet und digitalisiert. Möglich war dies nur mit Hilfe von Dritten, die einen Grossteil der Kosten von etwa einer Viertelmillion Franken übernahmen.

Im Online-Inventar kann nach den Fotos gesucht werden, im Netz einsehbar sind sie aus urheberrechtlichen Gründen nicht. Wer sich für bestimmte Aufnahmen interessiert, muss sich ans Staatsarchiv wenden.

Anders verhält es sich mit den Nachlässen der drei Pressefotografen. Die Rechte liegen beim Staatsarchiv, und so sind zum Beispiel 22'500 Bilder der Fotografie-Legende Walter Nydegger (1912-1986) im Netz verfügbar. Sie dürfen auch weiterverwendet werden - unter Quellenangabe natürlich.

Hinter vielen Fotos stecken spannende Geschichten - auch hinter der Aufnahme des "BZ"-Fotografen Rolf Schertenleib, der 1982 ein Tiger-Militärflugzeug auf der Autobahn bei Münsingen ablichtete.

Die Schweizer Armee führte ab 1970 insgesamt zehn Übungen durch, bei denen Militärflieger die Autobahnen als Landepisten benutzten. Das Szenario wurde durchgespielt, weil man fürchtete, dass der Feind im Kriegsfall militärische und zivile Flugplätze zerstören könnte.

Die Pressefoto-Sammlung soll in Zukunft noch ausgebaut werden. Mit dem jetzigen Angebot gehöre der Kanton Bern bereits zur schweizweiten Spitzengruppe, sagte Staatsarchivarin Barbara Studer Immenhauser am Mittwoch vor den Medien. Umfangreiche Sammlungen gibt es auch in den Kantonen Basel-Stadt, Waadt, Aargau und Zürich.