In den Bildern, die aus den Jahren 1870 bis 1880 stammen, begegnen die Besucherinnen und Besucher dem damaligen abendländischen Blick auf den Orient: verhüllte Frauen, Moscheen oder Pyramiden. Nach der Eröffnung des Suezkanals 1869 florierte in Ägypten der Tourismus aus Europa. Fotografien wurden zu einem lohnenden Geschäft.

Der Türke Pascal Sebah und der Franzose Émile Béchard wussten um die europäische Faszination für den Orient - jenes, so das Museum Rietberg, "geografisch schwer einzugrenzenden Zufluchtsortes für Träume und Sehnsüchte".

Die beiden schufen visuelle Wunschträume und bedienten die Vorstellung des Orients als Quelle romantischer Fantasien. In Ägypten gehörten sie zu den gefragtesten Fotografen, und ihre Bilder, von Touristen gekauft, gelangten zu Tausenden nach Europa.

Das Museum Rietberg besitzt eine Sammlung von etwa 80'000 Fotografien, die zwischen 1870 und 1980 in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens, Amerikas und Europas aufgenommen wurden. Mit der Ausstellung "Traumbild Ägypten" beginnt das Museum, die Sammlung stärker öffentlich zugänglich zu machen und zu erforschen.