Hörspaziergang

Töne und Geschichten gaben zu staunen

Gespannte Aufmerksamkeit: Teilnehmende am Hörspaziergang beobachten eine Darbietung an der Bäderstrasse.

Hörspaziergang Baden

Gespannte Aufmerksamkeit: Teilnehmende am Hörspaziergang beobachten eine Darbietung an der Bäderstrasse.

Beim Hörspaziergang durch das Badener Bäderquartier erlebten 160 Teilnehmende einige Überraschungen.

Sibylle Egloff

Fremde Klänge und Geräusche lockten die Menschen ins Bäderquartier. Der Konzertveranstalter GNOM Gruppe für Neue Musik Baden und Kabel-Musikvermittlung organisierten den Hörspaziergang «Öffnungen» für Jung und Alt in der Bäderstrasse. Von 14 bis 18 Uhr konnten Erwachsene für 15 und Kinder für 5 Franken die verschiedensten Installationen und Inszenierungen rund ums Hören bestaunen.

«Wir wollen kleine und grosse Leute zum Hören bringen und sie zum Experimentieren anregen», verrät Petra Ronner, Mitveranstalterin des Spaziergangs und Mitglied von GNOM, den Zweck des Anlasses.

«Das Bäderquartier ist einem extremen Wandel ausgesetzt durch die Veränderung der Verkehrsführung und die Bauvorhaben. Viele Läden haben aufgegeben, aber so können wiederum viele neue Sachen entstehen, davon wollen wir profitieren», sagt Petra Ronner über die Wahl des Bäderquartiers als Ort des Events.

Bizarre Klänge aus dem Pflanzentopf

Der Hörspaziergang beginnt unterhalb des Casino-Kreisels. Klangkünstler Theo Huser begrüsst die Besucher mithilfe seiner Trompete und Klanginstallationen. Weiter führt der Weg durch die Bäderstrasse, vorbei an mehreren musikalischen Anlagen wie zum Beispiel einem Pflanzentopf, aus dem bizarre Klänge ertönen.

Das eindeutige Highlight unter den Installationen sind die Fensteraktionen, präsentiert von vier Studentinnen. Immer um Viertel nach zu jeder Stunde offenbart sich dem Publikum ein ganz besonderes Schauspiel. Die Fenster der zweiten Etage der Bäderstrasse 17a werden geöffnet. Nach und nach erscheinen die vier Frauen. Musikalisch werden unterschiedliche Situationen an den «Öffnungen» dargestellt.

Die eine putzt singend die Fenster, eine andere telefoniert aus dem Fenster hinauslehnend und eine weitere saugt Staub. Das Spektakel dauert fast eine halbe Stunde und lädt neben den Besuchern auch verdutzte Passanten und Anwohner zum Lauschen ein.

Als weitere Attraktion ist der «Bäder-Walk» zu nennen. Beim Durchgang zum Bäderquartier erhält jeder Gast einen CD-Player, um in ein Hörspiel einzutauchen. Eine Erzählerin führt die Hörer während 27 Minuten durch das Bäderquartier und rollt dessen Geschichte auf eine spannende und phantasievolle Weise noch einmal auf.

Die Vorarbeiten dauerten ein Jahr

Der Hörspaziergang belebte das Quartier. Rund 160 Personen nahmen an dem Anlass teil. Für Organisatorin Petra Ronner sehr überraschend: «Ich habe mit 30 Personen gerechnet, aber nicht mit so vielen.» Der Event, auf den ein Jahr lang hingearbeitet wurde, erhielt viele positive Rückmeldungen.

«Es gibt für Kinder und für Erwachsene etwas zu entdecken. Ich bin in Baden aufgewachsen, habe aber trotzdem Neues über die Geschichte des Bäderquartiers erfahren», meint Simona Brizzi aus Ennetbaden. Und auch Irena Müller, die mit ihrer Familie extra aus Basel kam, fand die Aktion gelungen: «Ich kenne Baden nicht und finde es toll eine Schweizer Stadt auf diese Art kennen zu lernen.»

Wer den Anlass verpasst hat, hat am kommenden Sonntag, 28. Juni, von 14 bis 18 Uhr beim zweiten Hörspaziergang die Chance durch die Bäder zu flanieren und die Ohren zu spitzen.

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