Mit Neuem, Überraschendem, aber auch Klassikern und illustren Namen geht das Theater Basel in die Saison 2017/2018. Neben Altmeister Hans Neuenfels oder Antonio Latella inszeniert auch Filmemacher Dani Levy am Rheinknie.

Die dritte Basler Spielzeit unter der Leitung von Theaterdirektor Andreas Beck bringt ein breit gefächertes Bouquet an Produktionen, darunter neun Ur- und zwei Schweizer Erstaufführungen. Über 40 Premieren und Projekte hat das grösste Dreispartenhaus der Schweiz am Mittwoch vor den Medien angekündigt.

Dani Levy wird in Basel die "Dreigroschenoper" von Bert Brecht und Kurt Weill auf die Bühne bringen. Mit dem Musik-Theater auf der Grossen Bühne kehrt der Filmregisseur ("Alles auf Zucker", "Die Welt der Wunderlichs") und Wahl-Berliner in seine Geburtsstadt und an den Ort seines ersten Schauspielengagements zurück.

Die Saison eröffnen wird indes am 14. September Hans Neuenfels mit Mozarts "Lucio Silla", ein Werk um Liebe und Machtmissbrauch, das Mozart als 16-Jähriger geschrieben hatte. Neuenfels hatte in Basel zuletzt 2007 Othmar Schoecks "Penthesilea" inszeniert. Die musikalische Leitung bei Mozarts Früh-Oper hat Musikdirektor Erik Nielsen.

Antonio Latella, Theaterintendant der Biennale Venedig, inszeniert Gioachino Rossinis "La Cenerentola" mit der russischen Mezzospranistin Vasilisa Berzhanskaya in der Titelrolle. Weiter gibts Giuseppe Verdis "La Traviata", Sergej Prokofjews "Der Spieler", Igor Strawinskys "The Rake's Progress", "Elektra" von Richard Strauss oder "Trouble in Tahiti" von Leonard Bernstein.

Von «Woyzeck» zu Dürrenmatt

Das Schauspiel eröffnet die Saison am 15. September mit Georg Büchners "Woyzeck" im Schauspielhaus, inszeniert von Ulrich Rasche. Zudem kommen Heinrich von Kleists "Amphitrion", "Yerma" von Federico Garcia Lorca, Friedrichs Dürrenmatts "Romulus der Grosse", "Eine Frau" von Tracy Letts und "Die Schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf auf die Bühne.

Mit einem Bein im Musiktheater steht das Schauspiel bei Paul Abrahams Revueoperette "Die Blume von Hawaii" oder bei "Leonce und Lena" nach Georg Büchner von Hausregisseur Thom Luz. Zu sehen sind zudem Auftragswerke von Dominik Busch, Olga Bach, Lukas Linder oder Ewald Palmetshofer, und die Reihe "Klub Roter Oktober" widmet sich dem 100-Jahre-Jubiläum der russischen Oktoberrevolution.

Wherlock mit «Tod in Venedig»

Mit "The Fools" von Hofesh Shechter und "This Is Everything" von Bryan Arias eröffnet das Ballett am 29. September seine Spielzeit. Pjotr Tschaikowskys Klassiker "Schwanensee" kommt in einer Choreographie des Belgiers Stijn Celis auf die Bühne. Und Ballettdirektor Richard Wherlock präsentiert als neues Werk "Tod in Venedig" nach der Musik von Dmitri Schostakowitsch.

Seinen Hausregisseuren – Thom Luz, Nora Schlocker, Julia Hölscher – bleibt Beck auch in der neuen Spielzeit treu. Es fehlt indes Simon Stone, der zuletzt für Höhepunkte im Basler Schauspiel gesorgt hatte. Stone drehe ein Filmprojekt in Hollywood, sagte Beck. Man bereite jedoch mit ihm und dem Wiener Burgtheater eine Produktion für die übernächste Spielzeit vor.