Reliquien-Fund

Teile von Christi Kreuz und Dornenkrone in Müstair gefunden

Bei Renovationen an der Heiligkreuzkapelle kamen Reliquien zum Vorschein

Bei Renovationen an der Heiligkreuzkapelle kamen Reliquien zum Vorschein

Restauratoren haben in der Heiligkreuzkapelle des Klosters St. Johann in Müstair den Altar geöffnet und ein Glas mit Reliquien Christi entnommen. Anfang Mai soll das blaugrüne Glas in der Klosterkirche feierlich geöffnet werden.

Im Klosterarchiv befindet sich eine Abschrift, welche die Reliquien auflistet und ihre Authentizität bezeugt. Laut diesem am 2. August 1502 datierten Schriftstück enthält das Gefäss von der Grösse eines Marmeladenglases einen Splitter aus Christi Kreuz, eine Dorne seiner Dornenkrone sowie Reliquien von Johannes dem Täufer und weiterer Heiliger.

Alle Reliquien sind in winzige Stoffbündel verpackt. Die Restauratoren wollen den Stoff untersuchen, um herauszufinden, wann die Reliquien ins Kloster gebracht wurden. Die Reliquien selber sollen nicht ausgepackt werden.

Es wird vermutet, dass die Reliquien bereits im 8. Jahrhundert zur Zeit Karls des Grossen im originalen Altar der Kapelle Platz gefunden hatten, 1502 neu verpackt und bei der Neuweihe wieder in den Altar eingemauert wurden.

In der Heiligkreuzkapelle wird seit einigen Jahren restauriert und geforscht. Die Restauratoren haben die Gelegenheit genutzt, um das Reliquienglas im Altar zu suchen, wie das Kloster am Freitag mitteilte. Dass sich das mit einem Wachsdeckel und einem Siegel verschlossene Glas im Altar befand, war ihnen bekannt, nicht aber seine genaue Lage.

Die Öffnungszeremonie findet am 2. Mai, dem Vorabend zum Fest der Kreuzauffindung, statt und ist öffentlich zugänglich.

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