Lukas Schumacher

Im Mai 2010 jährt sich zum 125. Mal der Geburtstag von Adolf Stäger-Mander. Fridolin Kurmann nahm dies zum Anlass, den gleichermassen kreativen wie speziellen Zeitgenossen in den Neujahrsblättern zu würdigen. Der 1885 in Villmergen geborene Stäger-Mander, von Beruf kaufmännischer Angestellter, weilte von 1907 bis 1909 in der englischen Stadt Luton, dem damaligen Zentrum der englischen Strohindustrie. An der Kunstgewerbeschule Luton lernte er seine spätere Frau Emily Brooks Mander kennen. Den Lebensunterhalt verdiente Adolf Stäger-Mander als Kaufmann und später als Designer in der Wohler Firma Georges Meyer.

Stroh, Kupfer, Holz

Im Krisenjahr 1939 machte sich Stäger-Mander beruflich selbstständig. In seinem Wohnhaus in Bremgarten West, das er in englischem Stil bauen liess, gründete er ein eigenes Unternehmen zur «Anfertigung von kunstgewerblichen Arbeiten in Stroh und verwandten Materialien». Bis zu 30 Heimarbeiterinnen waren für seine Firma tätig.

Im Bremgarter Kunsthandwerkbetrieb entstanden Gebrauchsgegenstände aus Stroh: Hüte, Taschen, Körbe und Lampenschirme. Diese Strohartikel fertigte man nach der althergebrachten Strohknüpftradition an, die Adolf Stäger-Mander weiterentwickelte und verfeinerte. Auch Strohbilder sowie Gegenstände aus Kupfer und Tierfiguren aus Wurzeln und Schwemmholz gehörten zu Stäger-Manders Verkaufssortiment.

Filigraner Zeichner

Die Freizeit gestaltete Adolf Stäger-Mander ebenfalls kreativ, genauer zeichnend und malend. Auf seinen vielen Wanderungen in der Umgebung Bremgartens, im Wallis, im Berner Oberland und im Tessin trug er stets ein Skizzenbuch bei sich, in dem er Eindrücke und auch Beobachtungen festhielt. Daheim dienten ihm die Skizzen als Vorlage für seine Landschafts- und Naturbilder. Grosse Qualität haben vor allem die Zeichnungen und Holzschnitte mit Gassen, Gebäuden und Siedlungen.

Als Alois Stäger-Mander 1982 kurz vor seinem 97. Geburtstag starb, hinterliess er ein sehr grosses, weitherum zerstreutes Œuvre an Bildern, Illustrationen und Zeichnungen. Sehr oft hatte er es unterlassen, seine Werke zu signieren, sodass eine eindeutige Zuordnung kaum mehr möglich ist.

BD und Bauliches

Rund die Hälfte der dicken Neujahrsblätterausgabe 2010 befasst sich mit der Regionalbahn Bremgarten-Dietikon (BD) respektive mit der BDWM Transport AG, wie sich die öffentliche Verkehrsunternehmung nennt. Ein Rückblick auf 40 Jahre BD sowie ein Blick in die Zukunft, auf die neuen Triebwagen namens Diamant, die Vorgängerfahrzeuge und anderes mehr ist nachzulesen.

Einen weiteren Schwerpunkt in den aktuellen Blättern bilden Renovations- und Bauprojekte, das Weissenbachhaus, das Haus an der Reuss, der Werkhofneubau und die Sanierung der Promenade. Lesenswert auch ein Nachruf über den verstorbenen Lokalhistoriker Bruno Lehner.