Seebühne

Spektakuläre Verdi-Oper «Aida» auf der Seebühne

Amneris und Ramphis in Bregenz

Amneris und Ramphis in Bregenz

Monumentale Bilder und spektakuläre Bühnentechnik prägen die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper «Aida» auf der Bregenzer Seebühne. Die 7000 Zuschauer nahmen die Premiere am Mittwochabend mit freundlichem Beifall auf.

Zwei 15 Meter hohe blaue Füsse mit goldenen Sternen, Bruckstücke der New Yorker Freiheitsstatue, ein bronzener Riesenelefant und zwei Baukräne als Teil des Bühnenbildes: Regisseur Graham Vick und Bühnenbildner Paul Brown haben für Verdis Kriegs- und Liebesdrama eine imposante Szenerie geschaffen.

Zu den stärksten Momenten gehören die monumentalen Szenen mit über 100 Personen, etwa der berühmte Triumphmarsch: Zu Fanfarenklängen kehrt Radames auf dem schwimmenden Bronze-Elefanten von der siegreichen Schlacht zurück. Dazu schweben über der Bühne zwei riesige Fragmente des Gesichts der Freiheitsstatue in der Luft.

Dank ausgeklügelter Tontechnik wird dem Publikum auch ein Hörgenuss geboten: Solisten, Chöre und das im Festspielhaus untergebrachte Orchester klingen auf der Open-Air-Bühne transparent und nuanciert. Es gab wiederholt Szenenapplaus.

Neben Aida und Radames überzeugten auch die weiteren Solisten: Kevin Short als König der Ägypter, Tigran Martirossian als Oberpriester Ramphis, Iain Paterson als Amonasro, König der Ähtiopier, und Iano Tamar als Königstochter Amneris, die ebenfalls Radames liebt.

Der Regisseur und der Bühnenbildner haben keinen technischen Aufwand gescheut und geizen nicht mit Spezialeffekten. Wenig überzeugend ist ihr Versuch, den Verdi-Klassiker zu aktualisieren. Da werden Gefangene im knall-orangen Guantanamo-Look vorgeführt, und die Polizei stürmt in moderner Kampfmontur und mit Plexiglas-Schilden die Szenerie.

Dies wirkt neben den altertümlich und prunkvoll eingekleideten Ägyptern etwas irritierend. Mit ein Grund vielleicht, dass der Schlussapplaus nach zweieinviertel Stunden eher verhalten ausfiel.

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