Polke, der als Maler, Grafik- und Fotokünstler arbeitet, zähle zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart, schreibt die Stiftung. Seit vierzig Jahren habe Polke mit Stilen, Themen, Materialien und einer Haltung experimentiert, welche die Rolle der Kunst und des Künstlers mit ins Betrachtungsfeld hob.

Damit habe er Wesentliches zur Erneuerung der Malerei beigetragen, heisst es im Communiqué. Die grosse Konstante im Werk des vielseitigen Künstlers ist das gerasterte Bild, mit dem Polke seit den frühen 60er-Jahren in vielen Erscheinungsformen arbeitet.

Überzeugt ist die Jury des Roswitha Haftmann-Preises auch von Polkes jüngsten Arbeiten, den Fenstern für das Grossmünster in Zürich. Der gelernte Glasmaler habe dort gleichermassen kraftvolle wie sensible Bilder geschaffen - figurative und abstrakte Meisterwerke aus Achaten und Glas.

Polke wurde 1941 in Schlesien geboren, flüchtete 1945 nach Tübingen und lebt seit 1978 in Köln. Seit 1963 ist er mit Ausstellungen international präsent. Nach einer Weltreise präsentierte er 1982 an der Documenta 7 rätselhafte, dunkel und violett schimmernde Werke.

In ihnen kommen moderne, künstliche Pigmente zum Einsatz, die Polke mit Petrol und Benzin bearbeitet. Spätere Werke zeugen von seiner eingehenden Beschäftigung mit antiker Farbherstellung.

Der Roswitha-Haftmann-Preis wird seit 2001 alle ein bis drei Jahre an lebende Künstlerinnen oder Künstler vergeben, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Zu den Geehrten zählen Walter de Maria, Maria Lassnig, Peter Fischli und David Weiss.