«Zeigen, was wir hier machen.» Das ist die Devise von Frank Fischer, Leiter des Jugendkulturhauses Flösserplatz, kurz «Flössi». Denn für die grosse 20-Jahr-Feier wollten Fischer und sein Team keinen sturen Blick in die Vergangenheit werfen, sondern mehr in der Gegenwart bleiben. Eben zeigen, was im Flössi alles läuft. Eine Retrospektive, den Blick zurück, das gab es beim letzten Jubiläum vor 5 Jahren.

Für den 20. Geburtstag gibt es reichlich Geschenke: eine neue Leuchtreklame am Haus, ein neues Logo, eine überarbeitete Homepage und einen Film. Dieser feiert am Donnerstag Premiere, wird voraussichtlich nach Ostern auf DVD vorliegen und später auch auf der Homepage abrufbar sein. Es handle sich um einen kurzweiligen und jugendgerechten Film, sagt Fischer, ein «Making of» einer Veranstaltung.

Die Leistungsvereinbarung mit der Stadt Aarau von 1998 beinhaltet, dass Jugendliche für Jugendliche Konzerte, Partys, Ausstellungen und Theaterstücke im Flössi veranstalten können. Das Zielpublikum ist zwischen 16 und 20 Jahre alt. Die Älteren verabschieden sich aus dem Flössi, «neue» 16-Jährige rücken nach. Es läuft ein ständiger Erneuerungsprozess.

Wenn ein Jugendlicher eine Idee für eine Veranstaltung hat, kann er sich beim Flössi-Team melden. In einem Vorgespräch wird die Machbarkeit beurteilt. In der Umsetzungsphase werden gemeinsam ein Budget und ein Werbekonzept ausgearbeitet und die technische Situation besprochen. Am Abend selber stehen dann die Helfer des Flössi im Einsatz. Den Abschluss bildet eine Auswertungssitzung, an der die guten und weniger guten Sachen benannt werden.

Drei Tage lang wird jetzt im Flössi gefeiert. Am Donnerstag ist die Premiere des Films, am Freitag tritt eine amerikanische Rockgruppe mit dem wohl längsten Bandnamen der Rock-Geschichte auf («And You Will Know Us By The Trail Of Dead») und der Samstag steht mit DJ Mixwell und Samy Deluxe Soundsystem ganz im Zeichen des Hip-Hop.

«Das ist für unsere Verhältnisse eine grosse Veranstaltung, aber das 20-Jahr-Jubiläum ist ja auch etwas Besonderes», sagt Fischer. Und mit den verschiedenen Stilen sollen die unterschiedlichen Gruppen angesprochen werden, die im Flössi verkehren und sich hier zu Hause fühlen.

«Die Arbeit mit den Jugendlichen macht mir immer noch gleich viel Spass wie zu Beginn», versichert Fischer. Vor ganz genau sieben Jahren hat er die Leitung des Jugendkulturhauses Flösserplatz übernommen. Die Arbeit bilde eine wunderbare Schnittmenge aus seinem Studium und seiner früheren Arbeit als Kulturschaffender.

Seine berufliche Laufbahn begann er als Zollbeamter in Deutschland. Anschliessend erwarb er die Matura an einer Abendschule und besuchte die Pädagogische Hochschule in Freiburg. Sein Ziel war das Lehrdiplom für Deutsch und Englisch. Neben dem Studium verdiente er sich als freier Journalist, Radiomacher und DJ sein Sackgeld.

Erst danach kam Fischer mit Kultur in Berührung und arbeitete in der Leitung der Kaserne Basel. «Damals hiess das noch Kulturschaffender, heute würde man Kulturmanager dazu sagen», sagt er schmunzelnd.

Letztes Jahr fanden im Flössi rund 150 Veranstaltungen mit insgesamt 25 000 Besuchern statt. «Im Verlauf der letzten fünf Jahre hat in fast allen Bereichen eine rasante Professionalisierung stattgefunden. Die fast 70 Helfer des Flössi müssen mehr geschult werden als früher.»

Am Stichwort «Jugendgewalt» kommt auch Fischer nicht vorbei: Übermässiger Alkoholkonsum und die daraus entstehende Gewaltbereitschaft seien zu einem bedeutenden Problem geworden. Das hat dazu geführt, dass sich das Flössi mit anderen Clubs vernetzt und das Label «Safer Clubbing» im Aargau mitbegründet hat.