Lea Reimann

Von Ländlermusik über Klassisches bis hin zu rhythmischen und modernen Beats, die er mit seiner eigenen Stimme produzierte, konnte Lukas Weiss sich am Freitag in allen Musiksparten behaupten. Mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz schlüpfte er allein durch Mimik und Gestik immer wieder in andere Rollen. Die Komik kam dabei nicht zu kurz. Während ab Band zu hören war, wie verschiedene Musiker vor dem Konzert ihre Instrumente stimmten, griff der Tänzer zum Schraubenzieher, «stimmte» seine Schuhe und vergewisserte sich nach einigen Probeschritten mit ernster Miene, ob der Ton nun wirklich wohlklingend sei. Von einer Sekunde auf die andere verwandelter er sich danach vom verlegenen Konzertmusiker in den stolzen Flamenco-Tänzer.

Schuhe streiten

Lukas Weiss drückte Emotionen aus und zog das Publikum damit in kurzer Zeit in seinen Bann. Nur mit Stepptanz und überzeugender Mimik schaffte er es zum Beispiel, ohne ein einziges Wort ein Streitgespräch nachzuahmen. Seine Steppschritte wurden dabei immer energischer, schlugen dementsprechend kraftvoll und schnell nacheinander auf den Boden, bis er schliesslich klein beigeben musste, und kaum noch ein Mucks seiner Schuhe zu vernehmen war. Auch mit seinen verblüffenden Jonglierkünsten - selbstverständlich in Kombination mit dem Stepptanz - konnte Lukas Weiss begeistern. Der Wirbelwind aus Magglingen bewegte seinen Körper und die Jonglierbälle mit einer derartigen Geschwindigkeit, dass die Augen der Zuschauerinnen und Zuschauer die Szene kaum mitverfolgen konnten. Einen besonderen Applaus erntete Weiss für seine Barfuss-Nummer, in der er bewies, dass er den Stepptanz sogar ohne Schuhe beherrscht.

Gelungener Saisonauftakt

Mit der Vorstellung von Lukas Weiss startete das Kleintheater Grenchen in die neue Saison. Zwar fand der erste Anlass schon im September im Rahmen der Triennale statt, doch nach der Sommerpause war erstmals wieder das Kleintheater Ort des Geschehens. Damit kam auch die neue Beleuchtungssteuerung zum ersten Mal zum Einsatz. Diese sei nun nicht mehr analog, sondern digital, erklärte Rolf Beyeler, Vorstandsmitglied beim Kleintheater, in seiner Ansage.

Dem Publikum hat dieser Auftakt sichtlich gefallen. Theo Schaad aus Grenchen war begeistert. «Ich habe Lukas Weiss in Biel schon einmal gesehen und mich nun sehr auf den heutigen Abend gefreut», erklärt er. «Für mich ist seine Koordination zwischen Händen, Füssen und dem Kopf fast unglaublich.» Bei dieser Geschwindigkeit könne man nichts mehr denken, das müsse einfach laufen.