Kultur

Schweizer Museen auf Erfolgskurs: 1,2 Millionen mehr Eintritte –  Naturwissenschaften sind beliebter als Kunst

© Juri Junkov

Vergangenes Jahr wurden 13,3 Millionen Besuche verzeichnet -im Vergleich zu 2015 eine Zunahme von fast zehn Prozent.

13,3 Millionen mal hat sich im vergangenen Jahr jemand entschieden, ein Schweizer Museum zu besuchen, wie die neuste Museumsstatistik zeigt. Im Schnitt sind das 36438 verkaufte Eintritte pro Tag. Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass es bei der ersten Erhebung von 2015 noch 1,2 Millionen weniger waren - was einer Zunahme von fast zehn Prozent entspricht. Museumsbesuche scheinen im Trend zu liegen.

«Seit 2016 haben die Eintritte 13 Millionen überschritten, mit einem leichten Anstieg im Jahr 2017», sagt Laurène Stauffer vom Bundesamt für Statistik. Verantwortlich für die steigenden Besucherzahlen seien die Eröffnungen neuer, gut besuchter Museen sowie Ausstellungen. «Insbesondere Wechselausstellungen ziehen viele Besucher an», so Stauffer. 68,3 Prozent der Schweizer Museen eröffneten im Jahr 2018 mindestens eine Wechselausstellung.

Naturwissenschaften beliebter als Kunst

Doch von den steigenden Besucherzahlen können nicht alle profitieren. Denn die Zahlen variieren stark: Fast drei Viertel der Museen kamen auf weniger als 5000 Eintritte, während eine kleine Minderheit von 5,2 Prozent 50 000 und mehr Eintritte verzeichnete. Besonders die naturwissenschaftlichen Museen kamen dabei auf hohe Zahlen: Mit 27300 Besuchern liegen sie deutlich vor den archäologischen, historischen und ethnografischen sowie den Kunstmuseen, welche jeweils rund 20400 Besucher für sich gewinnen konnten. Schlusslichter sind die technischen Museen mit 13700 und die regionalen und lokalen Museen mit nur 1700 Besucherinnen und Besuchern.

Museumslandschaft verändert sich ständig

Vergleicht man jedoch die Anzahl der Museen in den letzten zwei Jahren, sieht es aus, als hätten einige ihre Türen geschlossen. Während in der Statistik von 2017 noch von 1122 Museen die Rede war, sind es 2018 nur 1118. «Das bedeutet jedoch nicht, dass vier Museen verschwunden sind», betont Stauffer. «Einige Museen schliessen temporär oder dauerhaft und sind daher aus dem Erhebungsjahr ausgeschlossen.» Es gebe aber auch jedes Jahr neue Museen oder solche, die schliessen und wieder öffnen, weshalb die Zahl jedes Jahr nur leicht variiert. «Dies zeigt, dass sich die Schweizer Museumslandschaft ständig leicht verändert», so Stauffer.

Neben den Eintrittszahlen und der Anzahl Museen hat sich 2018 Jahr im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur wenig verändert. Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen wurden ähnlich viele durchgeführt wie in den Vorjahren. Bei den Führungen sind die archäologischen, historischen und ethnografischen Museen die Spitzenreiter. Sie verzeichnen im Schnitt 189 Führungen pro Museum. Veranstaltungen hingegen führt keine Gruppe so viele durch wie die Kunstmuseen. Pro Standort gab es durchschnittlich 75 Veranstaltungen, während der Gesamtschnitt bei 31 liegt.

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