Aber wie bei den berühmten Wachsfiguren von Madame Tussauds ist dieser Scharon nur eine lebensgrosse Nachbildung des 82-Jährigen. Der seit 20 Jahren in Berlin lebende Israeli Braslavsky zeigt seine "hyper-realistische" Installation ab Donnerstag öffentlich in der Kishon Gallery in Tel Aviv.

Braslavsky machte sich schon in den 80er und 90er Jahren international einen Namen mit seinen Rauminstallationen.

Scharon liegt nach einem Schlaganfall seit dem 4. Januar 2006 tatsächlich im Koma in einem Spital bei Tel Aviv und wird künstlich am Leben gehalten.

Der 49-Jährige Künstler sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag, ihn habe das Phänomen Scharon interessiert. Scharon sei von der Bildfläche verschwunden, als er gerade auf seinem politischen Weg von einem Krieger zu einem Mann gewesen sei, der Frieden bringen und zumindest nicht mehr über die Palästinenser herrschen wollte.

"Üblicherweise gibt es einen Prozess des Trauerns, wenn ein Führer stirbt oder getötet wird. Das ist ein sehr einzigartiger Prozess in der Beziehung zwischen einem Führer und den Menschen. Und das hat es nicht gegeben." Sein Kunstwerk habe nichts mit Vergötterung zu tun, betonte er.

Braslavsky wies Vorwürfe zurück, es mangle ihm an Respekt für Scharon und dessen Familienangehörige: "Scharon ist auch eine private Person, ein Vater und ein Grossvater. Er ist ausserdem der Vater von uns allen. Er ist eine politische Figur, die uns alle beeinflusst hat, unsere Hoffnungen. Er ist sogar etwas mystisch."

Braslavsky sagte, er wisse nicht, wie Scharon heute wirklich aussieht. Er habe ihn so nachgebildet, wie er in der Vergangenheit ausgesehen habe. Die lebensechte Figur sei aus weichem Kunststoff.