Louis Probst

Der letzte Applaus ist verklungen, das Bühnenbild abgebaut. Was bleibt, ist die Erinnerung an «Don Juan», an das Freilichtspektakel in Windisch-Königsfelden. Was auch bleibt, ist leider ein Loch in der Kasse. «Wir rechnen mit einem Defizit zwischen 30 000 und 40 000 Franken», stellt Produktionsleiter Rico Spring fest. «Die Saison war etwas durchzogen. Das hat meiner Ansicht nach aber weder am Stück noch an der Aufführung gelegen. Wir haben ganz einfach das wirtschaftliche Umfeld zu spüren bekommen.»

Weniger Publikum als erwartet

Das hat sich vor allem in den Zuschauerzahlen niedergeschlagen. Statt der erwarteten rund 6000 Personen haben «nur» rund 5000 den «Don Juan» besucht. Rico Spring: «Das ist darauf zurückzuführen, dass wir gegenüber dem Vorjahr zwei Vorstellungen weniger hatten, die von Sponsoren en bloc eingekauft worden sind.» Spürbar geworden ist die Zurückhaltung zudem beim Ertrag aus der Gastronomie. Zwar gibts, streng genommen, keine Defizitgarantie. Dank der besonderen Konstellation kann jedoch der Verlust sozusagen abgefedert werden.

Spring springt ein

Hinter dem Spektakel steht eigentlich der Verein Interessengemeinschaft aargauisches Freilichtspektakel (Igafs). Im Auftrag des Vereins führt aber Rico Spring, gestützt auf seine Privatfirma, die Aufführungen durch. «Der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand für Regie und Administration wird jetzt von meiner Firma, sozusagen als Vorschuss, übernommen», sagt er. «Wären wir nicht in dieser komfortablen Lage, müssten wir uns Gedanken über die Zukuft des Vereins machen. Damit wären aber die Freilichtaufführungen gestorben. Und das wollen wir alle ja nicht.» Er gibt aber auch zu bedenken: «Weil beim Freilichtspektakel ausschliesslich Laien auftreten, gibt es keine Unterstützung vom Kanton. Vielleicht müssten hier die heutigen Regelungen überprüft werden.

Mit dem Freilichttheater geben wir schliesslich vielen jungen Leuten die Möglichkeit, erste Theatererfahrungen sammeln zu können.» Rico Spring - und nicht nur er - hofft jetzt auf die nächste Freilichtsaison. Gespielt wird «Schacher Sepp II» - ein unterhaltsames Märchen für Jung und Alt, bei dem es um die Rückkehr des Schacher Sepp auf die Erde geht. «Der ‹Schacher Sepp› bewegt die Schweiz», stellt Rico Spring fest. «Eine Fortsetzung war daher naheliegend. Stück und Bühnenbild sind bereit. Wir könnten beginnen.» Bereits am 25. und 26. Oktober sind denn auch Castings angesetzt. «Schacher Sepps» Auferstehung wird übrigens im Amphitheater über die Freilichtbühne gehen. «Die Stunde der Wahrheit wird im nächsten Jahr schlagen», sagt Rico Spring. «Aber ich bin zuversichtlich.»