Als der junge Leadsänger Dino Brandão von Frank Powers vor vielen Jahren zum ersten Mal auf der Bühne im Brugger Salzhaus auftrat, hätte er sich nicht träumen lassen, hier eines Tages für die musikalische Begleitung der Buchvernissage der traditionsreichen Brugger Neujahrsblätter verantwortlich zu sein. Doch genau um diesen Dialog zwischen Alt und Neu ging es am Sonntagabend bei der Vorstellung des 129. Jahrgangs. Geschäftsleiter Cédric Kaiser von der zuständigen Effingermedien AG betonte in seiner kurzen Begrüssung, dass die Brugger Musiker mittlerweile nationale Strahlkraft erlangt haben.

So erstaunt es nicht, dass dieser ambitionierten Band in der neusten Ausgabe der Brugger Neujahrsblätter unter dem Titel «Unsere Musik passt immer» ein Kapitel gewidmet ist. Als Gegenpol zum Text über die jungen Musiker von Frank Powers könnte man das Kapitel über das grosse Engagement zugunsten des fast in Vergessenheit geratenen Brugger Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) bezeichnen.

Gedichte, Kunst und Fledermäuse

Überhaupt hat sich das vierköpfige Redaktionsteam, bestehend aus Stefan Höchli, Annegret Ruoff, Barbara Stüssi-Lauterburg und Brigitte Süess, um die Herausgabe interessanter Berichte aus der Region Brugg bemüht. Bei der Leserschaft als Nachschlagewerk beliebt sind die beiden Rubriken «Der Bezirk vor 100 Jahren» von Peter Berthelé sowie die Jahreschronik von Barbara und Jürg Stüssi-Lauterburg.

Die erneut sorgfältig gestalteten und optisch ansprechenden Neujahrsblätter umfassen zudem eine Werkschau mit einer anderen Sicht auf die Dinge der Effinger Künstlerin Hanni Schirmann, Gedichte der Brugger Lyrikerin Doris Gautschi und Hintergründe zu Veltheims lautlosen Jägern – den grossen Mausohren, die als grösste Kolonie dieser Fledermausart im Aargau im Dachstock der Kirche leben.

Passend zum Motto «Alt und Neu im Dialog» zeigt Architekt Lukas Zumsteg in seinem Kapitel auf, mit welchen Herausforderungen die Sanierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Schulhauses Stapfer verbunden war.

Dialog benötigt ein Sensorium

Zwar nicht um Brugger Beispiele, sondern um solche aus dem Fricktal, ging es im Referat von Denkmalpflegerin und Bauberaterin Isabel Haupt. Sie sprach zum Ausklang des Kulturerbejahrs über die gesellschaftliche Entwicklung in den letzten 100 Jahren und die Weiterentwicklung sowie Umnutzung von historischen Gebäuden. Bei Zufügungen im städtebaulichen Zusammenhang wie etwa beim Grundbuchamt in Laufenburg benötige der Dialog ein besonderes Sensorium, so ein Fazit.

Ein besonderes Sensorium wurde im zu Ende gehenden Jahr auch von der Effingermedien AG verlangt. Nachdem die Effingerhof Medien AG die Binkert Buag AG aus Laufenburg übernommen hatte, musste ein neuer Standort für die Druckerei gefunden werden. Mittlerweile arbeiten 80 Angestellte in modernen Räumlichkeiten in Kleindöttingen. «Wir sind aber immer noch Brugger, zahlen hier Steuern und beschäftigen in der Stadt 20 Leute», stellte Geschäftsleiter Cédric Kaiser klar.