Theater

Pink Floyd und der Sinn des Lebens

Der Schauspieler Daniel Rohr stellt sich den existenziellen Fragen des Lebens.

Der Schauspieler Daniel Rohr stellt sich den existenziellen Fragen des Lebens.

Daniel Rohr verbindet in seinem Stück «To the Dark Side of the Moon» Spiel und Gesang begleitet vom Galatea-Quartett, einem der führenden jungen Streichquartette der Schweiz.

«To the Dark Side of the Moon» ist kein Pink-Floyd-Revival, sondern die Interpretation der Science-FictionErzählung «Kaleidoskop» von Ray Bradbury. Diese ist jedoch verknüpft mit dem Sound der englischen Band. In Bradburys Erzählung zerstört der Einschlag eines Kometen das Raumschiff und die Besatzung wird ins Weltall geschleudert. Nur noch geschützt von ihren Raumanzügen driften sie ab und sind bald verloren in den unendlichen Weiten des Weltalls. Doch bevor die Astronauten den Kontakt zueinander ganz verlieren, kommen in der Science-FictionErzählung alte Rivalitäten und Befindlichkeiten nochmals auf. Auf einer weiteren Ebene versinnbildlicht die Verlorenheit im All die Reise ins eigene Ich.

Zu dieser Thematik passt das 1973 erschienene Konzeptalbum von Pink Floyd: «To the Dark Side of the Moon». Nicht nur Krieg, Macht und Geld kommen da zur Sprache, sondern es werden im Besonderen existenzialistische Fragen aufgeworfen. Was ist der Sinn des Lebens? Wie leben wir eigentlich? Was sind unsere Wünsche? Wie sieht unsere Zukunft aus? Wohin geht unsere Reise? Die Reise des Lebens, die hoffentlich nicht so ziellos ist wie das Schweben der Astronauten im Weltall, die in der Geschichte nur noch über Funkgeräte Kontakt haben.

Psychodelic Rock neu interpretiert

«To the Dark Side of the Moon» ist der neuste Streich von Daniel Rohr, oft gesehen in zahlreichen Filmnebenrollen und seit 2004 Leiter des Theaters «Rigiblick». Er hat nicht nur das Konzept erstellt, sondern steht live auf der Bühne. Schauspiel und Gesang von Daniel Rohr werden vom Galatea-Quartett, einem der führenden jungen Streichquartette der Schweiz, begleitet.

Es ist also kein Pink-Floyd-Originalsound – im Gegenteil. Der Psychedelic Rock der britischen Band wird nach dem Konzept von Daniel Fueter von einem Streichquartett und einem Piano neu interpretiert. Das klingt ganz anders als die originalen Songs, zumal auf den Einsatz eines Drummers verzichtet wird. «Der Zugang zu bisher weniger beleuchteten Aspekten dieser Musik ist nur über einen alternativen Weg zu erlangen», sagt Daniel Fueter. Sie hätten auf zwei konstituierende Elemente verzichtet: die Rhythmus-Sektion und die damals zeitgenössische Soundtechnologie. Dass die jungen Musiker des Galatea-Quartetts andere Erfahrungen mit Pop-Rock-Musik haben als Altersgenossen von Pink Floyd, eröffnet nochmals einen anderen Zugang zur Musik, wie sich die Verantwortlichen von «To the Dark Side to the Moon» erhoffen. Es ist eine besondere Kombination, Musik und Text ergänzen sich, spielen sich gegeneinander aus, treten in einen Dialog und kommen wieder in Einklang zueinander.

To the Dark Side of the Moon Theater Tuchlaube Aarau, Mi, 12. / Fr, 14. / Sa, 15. Januar, jeweils um 20.15 Uhr. Reservation www.tuchlaube.ch.

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