Literaturpreis

Paul Nizon mit Staatspreis für Europäische Literatur geehrt

Der gebürtige Schweizer Autor Paul Nizon (Archiv)

Der gebürtige Schweizer Autor Paul Nizon (Archiv)

Der in Paris lebende Schweizer Schriftsteller Paul Nizon (80) ist am Montagabend in Wien mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2010 ausgezeichnet worden.

Er nehme "unter den europäischen Erzählern einen ganz besonderen Platz ein", sagte Sektionschefin Andrea Ecker, die die Überreichung vornahm. Schriftsteller zu sein, sei für Nizon eine "selbst gewählte, existenzielle Aufgabe".

Nizon sei "Citoyen, Europäer, Weltbürger", die Auszeichnung scheine ihm geradezu auf den Leib geschneidert, sagte der österreichische Autor Klaus Hoffer in seiner Laudatio. "Mit seinen Büchern belagert Nizon das Leben, fahndet er nach dem Leben, wühlt sich schreibend hinein, erschreibt es sich". Leben und Schreiben fielen für Nizon in eins, sagte Hoffer.

Literarische Heimat

"Diese Auszeichnung bedeutet einen Höhepunkt in meinem Schriftstellerleben", sagte Paul Nizon in seinen Dankesworten, nicht zuletzt, weil sie sowohl eine europäische wie auch eine österreichische Auszeichnung sei.

"Europäisches Zugehörigkeitsgefühl empfand ich immer dann, wenn ich sehr weit von Europa entfernt war", erzählte er schmunzelnd, doch das europäische Lebensgefühl sei vor allem von europäischer Literatur geprägt.

Österreichische Schriftsteller wie Adalbert Stifter, Hugo von Hofmannsthal und Hermann Broch hätten ihn beeinflusst, mit vielen österreichischen Autorinnen und Autoren wie Ingeborg Bachmann, Elias Canetti, Thomas Bernhard oder Peter Handke sei er befreundet bzw. befreundet gewesen.

Pariser Autor mit Schweizer Pass

Paul Nizon wurde am 19. Dezember 1929 in Bern geboren und studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Germanistik an den Universitäten Bern und München. Danach war er wissenschaftlicher Assistent am Historischen Museum in Bern sowie für kurze Zeit leitender Kunstkritiker der "Neuen Zürcher Zeitung".

Seit 1962 ist Paul Nizon freier Schriftsteller in Paris. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen "Stolz" (1975), "Das Jahr der Liebe" (1981), "Im Bauch des Wals" (1989) und "Das Fell der Forelle" (2005).

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