Urs Huber

Poetry Slam, Lesungen, Theater, Wunschballone, Buchvernissage: dies alles und mehr sind mediale Plattformen, welche sich «dasjugendschaufenster» mit den Initianten Steffi Hargitay, Sandra Löwe und Patrick Pliessnig zu Nutze macht, um Jugendlichen eine Stimme im Kampf gegen (Jugend-)Gewalt zu geben. Dies alles im Rahmen der kantonalen Kampagne «so - gegen - gewalt.ch».

Die äusseren Bedingungen, dererlei etikettierte Botschaften zu platzieren, waren am Samstag in Olten ausgezeichnet: angenehme Temperaturen, eine verkehrsfreie Kirchgasse und auch Jugendliche, die sich ins «Schaufenster» stellten. Es fehlte jedoch an jenen, die ins Schaufenster blicken wollten. Die geplante Buchvernissage «Handbuch zur Eröffnung eines Jugendparlaments» im Kunstmuseum jedenfalls fand aus mangelndem Interesse gar nicht statt, der Workshop «Kinder und Jugendrechte» ebensowenig.

Darüber zeigte sich die St. Gallerin Kathrin Steiger vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente nicht etwa enttäuscht: «Das Thema ist halt etwas abstrakt.» Es fehle wohl ein konkretes Projekt. Und: «Offensichtlich gibts hier in der Region wenig politische Kräfte, welche die Möglichkeit eines Jugendparlaments ins Auge fassen.»

Gewalt - klar, schon ein Thema

Deutlich mehr Zulauf fand die anderthalbstündige Vorstellung des Improviationstheaters (Impro) der Kanti Olten, die ab 15 Uhr vor der Stadtkirche Passanten in den Bann zu ziehen vermochte. «Wir wurden via Schulleitung angefragt, ob wir beim Projekt mitarbeiten wollen», so Natalia Kurth. Und: das Impro wollte.

Allerdings sah man das eigene Engagement nicht zwingend unter der Prämisse Jugendgewalt stehen. Klar sei das ein Thema, aber es bringe nichts, wenn der Problematik ausschliesslich mit tierischem Ernst begegnet würde. «Es braucht dabei auch die notwendige Prise unterhaltenden Humor», meint Natalia Kurth stellvertretend für die siebenköpfige Truppe, die selbstbewusst im gelb umrandeten Theaterquadrat vor der Stadtkirche ihr Programm mit Anregungen aus dem Publikum präsenmtierten.

Andere Zeiten wählen?

Für Sandra Löwe, eine der drei Projektverantwortlichen, müssten vielleicht die Aktionszeiten verlegt werden. «Vielleicht lassen sich dadurch mehr Leute ansprechen», meinte sie. Gut möglich, starteten die Veranstaltungen doch alle zwischen 12 und 15.30 Uhr. Seis drum: Kommenden Samstag jedenfalls geht in Olten noch einmal ein ähnliches Programm über die Bühne.

Am 12. September gastiert dasjugendschaufenster in Grenchen (12 bis 17 Uhr) und am 17./24. September in Solothurn (17 bis 21 Uhr)