Neues aus der wilden Weiberküche

Die Buchautorin und Seelsorgerin Gisula Tscharner (r.) begeistert die Gäste im Meck mit ihren Wildpflanzenküche. (Bild: Peter Larson)

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Die Buchautorin und Seelsorgerin Gisula Tscharner (r.) begeistert die Gäste im Meck mit ihren Wildpflanzenküche. (Bild: Peter Larson)

Gisula Tscharner stellte im Meck in Frick ihr Kochbuch «Wald und Wiese auf dem Teller» vor.

Yvonne Brogle

Am Eingang zum Meck wurden die Gäste mit einem hellen Willkommenstrunk begrüsst, der sowohl eine erfrischende Süsse als auch eine bittere Note hatte. Das Geheimnis war neben Apfelsaft und Mädesüss eine Spur Bittermandelaroma, das dem Getränk das «gewisse Etwas» verlieh. Im Anschluss begrüsste Gisula Tscharner die vielen Besucherinnen und Besucher, die zur Vernissage ihres neuen Buches «Wald und Wiese auf dem Teller» (erschienen im AT Verlag) gekommen waren.

Die Fachfrau für Wildpflanzen begann ihre Ausführungen damit, dass sie die Anwesenden aufforderte, den Abend stehend zu verbringen. «So sind wir aktiv wie der Grashalm, können uns bewegen und sind energievoll wie das Thema meines neuen Buches», erklärte Gisula Tscharner.

Schmackhafte Wildpflanzen

«Überhaupt dürfen die Freud und die Lust nicht verloren gehen», meinte die Autorin weiter. So erzählte sie den Anwesenden gerne, wie die Begegnung mit einem Bauern zu ihrem zweiten Buch geführt habe. Dieser Bauer wunderte sich nämlich darüber, dass die Kräuterfrau genau dieses Unkraut sammelte, die seine Frau mühevoll aus dem Garten ausreisst und die seiner Meinung nach gerade mal für wiederkäuende Kühe gut genug seien.

Mit ihrem neuen Kochbuch möchte sich die Autorin für die schmackhaften Wildkräutern einsetzen. In dem Buch beschreibt sie, geordnet nach acht typischen Lebensräumen, die essbaren Wildpflanzen und ergänzt diese Beschreibungen mit 160 Rezepten. Damit beweist das lebendige Sammelweib (wie sich Gisula Tschraner selbst bezeichnet) die Alltagstauglichkeit der Wildpflanzenküche.

«Nur keine Angst, man muss keine Botanikerin sein», schmunzelte die studierte Theologin und freiberufliche Seelsorgerin. «Meist ergibt es sich wie von selbst, und die Kräuter finden zu einem.» Sie zeigte auf die reiche Beute, die sie während
ihrer Vorbereitung auf den Abend in Frick im Unterland gemacht hatte. So konnten die Gäste die bunten, würzigen Brotbeläge aus Blumen, Blättern und Gräsern degustieren. Als Getränke reichte die Kräuterfrau harzigen Baumwein und süsse Säfte und Sirup. Mit ihrer Erzählkunst schaffte es Gisula Tscharner noch bis spät in die Nacht, die Anwesenden für die wilde Weiberküche zu begeistern.

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