Neuer Caterer und neues Menü am Maienzug-Bankett

Am 3. Juli wird die Aargauer Catering-Firma Gourmelino für das Maienzug-Bankett verantwortlich zeichnen. (Bild: Thomas Röthlin)

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Am 3. Juli wird die Aargauer Catering-Firma Gourmelino für das Maienzug-Bankett verantwortlich zeichnen. (Bild: Thomas Röthlin)

Das «Hunger-Bankett» am Aarauer Maienzug 2008 soll sich nicht wiederholen. Mit der Aargauer Party-Service-Firma Gourmelino aus Döttingen versucht nach dem Scheitern der Coop-Tochter Bell am Freitag, 3. Juli, ein neuer Caterer sein Glück.

Hermann Rauber

Bis 2006 sorgte während 27 Jahren das Duo Lorenz Gadient und Arthur Speck reibungslos für die Massenverpflegung am Aarauer Maienzug. Derart verwöhnt, fielen die Kantonshauptstädter im vergangenen Jahr aus allen Wolken, als am Bankett auf der Schanz plötzlich das Essen ausging und rund 150 geladene Gäste mit knurrendem Magen den Heimweg antreten mussten. Das fatale «Hunger-Bankett» war tagelang wenig schmeichelhaftes Stadtgespräch und nahm vor allem die Maienzugkommission unter dem Präsidium von Stadtrat Ruedi Zinniker in die Pflicht.

Diese sah von einer neuerlichen öffentlichen Ausschreibung dieses heiklen Auftrages ab und suchte vielmehr gezielt das Gespräch mit möglichen Anbietern. «Auch mit lokalen», betont Zinniker, unter anderem mit einer Gruppe von Maienzug-Fans, die sich die Organisation eines solchen Anlasses zutrauten, allerdings später einen Rückzieher machten. Nicht mehr zur Diskussion stand auch die Firma Bell AG, die 2007 und 2008 die Festwirtschaft geführt hatte.

«Einschlägige Erfahrungen»

Am meisten überzeugt hat die Kommission die Offerte der Firma Party-Service Gourmelino mit Sitz in Döttingen. Die Aargauer Eventorganisation verfüge über «einschlägige Erfahrungen mit Grossanlässen» (zum Beispiel Com 08 oder am Eidgenössischen Schwingfest 2007 in Aarau), heisst es in einer Medienmitteilung aus dem Rathaus. Die Maienzugkomission ist überzeugt, mit dem Unternehmer Erich Rüetschli «einen erfolgversprechenden Caterer gefunden zu haben». Vergeben ist im Moment die Verpflegung auf dem Schanzmätteli während des Tages und am Abend auf dem Maienzugplatz. Noch offen ist der Service im Zelt auf dem Viehmarktplatz im Schachen, das im letzten Jahr eine vielversprechende Premiere erlebt hatte.

Flankierende Massnahmen

Die Kommission hat aber nicht nur den Festwirt ausgewechselt, sondern auch «flankierende Massnahmen» beschlossen, die eine Wiederholung der Bankett-Panne vom letzten Jahr verhindern sollen. Ruedi Zinniker hat nach einer eingehenden Analyse zwei Hauptgründe für das Fallieren festgestellt. Erstens sei die Zahl der «kurzentschlossenen Bankettbesucher» in den letzten Jahren - nicht zuletzt wegen der jeweils unsicheren Wetterlage - rasant gestiegen, was die Planung erschwere. Und zweitens seien die Abläufe beim Service «nicht optimal organisiert gewesen», sagt Zinniker. Die Firma Bell AG habe die «Besonderheiten» des Maienzugs nicht erfasst und bei aller Professionalität zu wenig ins Kalkül gezogen. Beide Faktoren hätten sich «kumuliert» und müssten korrigiert werden.

Für das Maienzug-Bankett 2009 am Freitag, 3. Juli, gelten also folgende Punkte: Das Platzangebot auf der Schanz wird auf 4000 Personen beschränkt. Der Vorverkauf der Bankett-Karten wird gemäss Ruedi Zinniker «forciert», die kurzfristige Abgabe am Freitagmorgen preislich verteuert und zahlenmässig begrenzt. Zudem werde erstmals ein «Schönwetter-Coupon» abgegeben, der in der Sporthalle im Schachen keine Gültigkeit habe und zurückgegeben werden könne. All dies erleichtere dem Caterer die Planung der Quantität. Neu ist auch, dass sich die rund 2000 eingeladenen Gäste anmelden müssen.

Wieder nach alter Väter Sitte

Beim Menü-Service kehrt man reumütig zu den alten Gepflogenheiten zurück. So wird der Tischkopf wieder als Schöpf- und Verteilstation verwendet, die Maienzüglerinnen und -zügler reichen also heuer nach alter Väter Sitte wieder die gefüllten Teller von Hand zu Hand weiter. Zudem wird die Verteilung des Gratis-Weins und des Mineralwassers durch die Stadt selber organisiert und umgesetzt, also vom Essensservice getrennt. «Dadurch ist es möglich, das Menü programmgemäss und samt dem Kaffee vor 14 Uhr zu schaffen, damit auch die Lehrerschaft und die Eltern rechtzeitig dem Schüler-Nachmittag beiwohnen können», betont Zinniker.

«Härdöpfelstock» ist out

A propos Bankett-Menü: Erstmals seit vielen Jahren müssen die Mitesser auf der Schanz auf den «Härdöpfelstock» verzichten. Nach einem Salat zur Vorspeise wird 2009 als Hauptgang Hackbraten und Risotto mit Erbsli und Rüebli gereicht, gefolgt vom üblichen Dessert.

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