Zum Auftakt wurde "Custodi di Guerra" gezeigt, ein Film "über den Krieg, ohne den Krieg zu zeigen", wie sein Regisseur erläuterte. Der in Serbien geborene Tessiner zeigt darin, wie ein Exil-Serbe in die Heimat zurückkehrt, um seine Eltern zu beerdigen, die gerade erst in einem Massengrab gefunden worden sind.

Der Film lebt von einem starken, im Off gesprochenen Text, der von Kriegs- und Exil-Traumata, aber auch Anekdotisches erzählt: etwa die Episode vom Heckenschützen, der einen Mann nicht erschiesst, weil er gerade seine Notdurft verrichtet und dafür Jahre später ein Bier verlangt.

Die Kamera wandert dazu die meiste Zeit durch das einst Wohlhaben ausstrahlende, nun zerbröckelnde Haus der Eltern. Dazwischen geschnitten sind Szenen aus einem Amateurfilm von vor dem Krieg.

"Sensibel und bewegend" nannte die Aussenministerin den Film; ein Dokument, das das "Leiden zu messen erlaube", fügte Paolo Bernasconi, Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) an.

Anschliessend folgte eine Diskussion mit den Botschaftern Paul Seger und Toni Frisch (beide EDA) sowie mit Philip Spoerri vom IKRK und Calmy-Rey darüber, ob die Genfer Konvention angesichts moderner Formen des Kriegs - Terror, vermehrte Beeinträchtigung der Zivilbevölkerung - noch klar genug sei.