"Der Koch"

Martin Suter sieht Parallelen beim Kochen und Romaneschreiben

Vermisst in der Welt den Gemeinschaftssinn: Autor Martin Suter (Archiv)

Vermisst in der Welt den Gemeinschaftssinn: Autor Martin Suter (Archiv)

Bald erscheint Martin Suters (61) neuer Roman «Der Koch». Er koche gerne, sagt der Schriftsteller. Beim Kochen sei es ein bisschen wie beim Romaneschreiben: «Es ist eine der wenigen Tätigkeiten, bei der man etwas vom Rohstoff bis zum Endprodukt herstellen kann.»

Eine Erklärung für den Erfolg seiner Bücher sieht Martin Suter darin, dass er Geschichten erzähle, die er selber gerne lese: "Ich habe das Glück, dass sich mein Geschmack mit dem von vielen Leuten trifft."

Das Schönste, was ihm Leute schon gesagt hätten, sei: "Durch sie bin ich - wieder oder überhaupt - zum Lesen gekommen", sagt Suter im Interview mit der "Neuen Luzerner Zeitung".

Suter lebt in drei Welten. In der Schweiz, in Guatemala und auf Ibiza. Die sozialen Gegensätze gehen nicht spurlos an ihm vorbei: "Natürlich tut es weh, die Armut und das Elend zu sehen. Aber dadurch, dass man in Zürich oder St. Gallen sitzt, macht man es nicht besser."

Im menschlichen Sinn sei es auf Ibiza oder in Zürich am schönsten. "Aber ehrlich gesagt: Ich habe dort immer ein wenig ein schlechtes Gewissen wegen der Leute, die ich in Guatemala zurücklasse."

Wenn er die Welt anschaut, auch die Wirtschaftswelt, vermisst der Autor der Kolumnen "Business Class" den Gemeinschaftssinn: "Es müsste wieder etwas wie Gemeinsinn einkehren. Das lässt sich nicht delegieren. Das müssen wir alle tun."

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