Zirkus Pipistrello

«Manege frei!» für über 90 Kinder

Die Entfelder Kinder fühlen sich schon die ganz Woche wie waschechte Artisten, Zauberer und Seiltänzer. Die heutige Galavorstellung im Zirkus Pipistrello ist der Höhepunkt.

Deborah Balmer

Der elfjährige Pascal zieht sich blau-glänzende, mit Sternen bedruckte Hosen, über. Über die Schultern legt er sich einen schwarzen Umhang und setzt sich einen Hut auf. Jetzt ist er ein richtiger Zauberer.

«Dürfen wir Ihnen einen Zaubertrick vorführen?», fragt er. Seine sechs Zauberkollegen sind ebenfalls mit Begeisterung dabei. Auch eine violett gekleidete Hellseherin gehört zu der Gruppe. «Wolfsblut mit Drachenzähnen - jetzt kommen die Tränen», die Magier führen gekonnt ihren Lieblingstrick vor: Kurzerhand lassen sie den kleinsten ihrer Zauberkollegen in einer Box verschwinden. Sie durchstechen die Kiste. Wo ist der Kleine nur? Ein paar Minuten später zaubern ihn die Magier lachend wieder hervor.

Sie helfen auch beim Zeltaufbau

Acht Tricks habe jeder von ihnen in der vergangenen Woche einstudiert, erzählen sie. In der heutigen Vorstellung zeigt jeder einen davon.

Auch die Jongleure, Trapezkünstler, Akrobaten und Seilläufer führen vor, was sie eine Woche lang im Zirkuszelt des Pipistrello einstudiert haben: Mit Hilfe des Teams, 16 Laienartisten. «Wir sind eigentlich gelernte Schreiner, Landmaschinenmechaniker oder Lehrer», sagt Jolanda Thalmann. Gemeinsam ist allen, dass sie pädagogisches Geschick haben und Lust auf das Zirkusleben: Leben im Wohnwagen beispielsweise. An der Arbeit mit den Zirkusschülern mag Jolanda Thalmann, dass sie sehr schnell lernen und noch ganz unverkrampft Neues ausprobieren.

«Sie machen einfach mal einen Handstand haben keine Angst wie viele Erwachsene das hätten», sagt sie. Wenn dann die Kinder in der Manege des Zirkuszelts Pipistrello vor Publikum ihre Nummer vorführen, dann fiebern auch die Leiter mit. «Wenn bei einer Aufführung etwas daneben geht, dann leiden wir sogar», bemerkt Jolanda Thalmann lachend.

In der Zirkuswoche haben die Kinder auch beim Zeltaufbau geholfen. Sie führen nicht nur Nummern vor, sondern übernehmen auch die «Zirkusdirektion» und spielen die Zirkusmusik. Wenn sie nach so einer Woche dann Abschied nehmen «fliessen bei den Schülern dann manchmal sogar die Tränen», so Jolanda Thalmann. Doch vorerst heisst es jetzt: «Manege frei . . .!»

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