Literaturarchiv

Literaturarchiv erhält Bibliothek von Jean Starobinski

Jean Starobinski wird im November 90 Jahre alt (Archiv)

Jean Starobinski wird im November 90 Jahre alt (Archiv)

Das Schweizerische Literaturarchiv in Bern erhält als Schenkung die Bibliothek von Jean Starobinski. Sie umfasst gegen 40'000 Bände. Damit verfügt die Institution der Nationalbibliothek über das gesamte Archiv des bald 90-jährigen Genfer Wissenschaftlers.

Donatorin ist die Stiftung Hans Wilsdorf, die Hauptaktionärin des Uhrenunternehmens Rolex. Sie schenke dem Literaturarchiv eine Dokumentation, "die im Herzen der westlichen Kultur des 20. Jahrhunderts steht", sagte der Stiftungspräsident Pierre Mottu laut der Medienmitteilung des Literaturarchivs vom Dienstag.

Kulturelles Erbe

Jean Starobinskis Manuskripte, Notizen und Korrespondenz befinden sich bereits seit 2003 beim Literaturarchiv. Die Bibliothek vervollständigt die Bestände des Genfer Literaturwissenschaftlers und Arztes, der am 17. November 90 Jahre alt wird. Der Forschung bleibe damit "ein wichtiges kulturelles Erbe als Einheit erhalten", so Marie-Christine Doffey, Direktorin der Nationalbibliothek.

Als Dank an die Stiftung Hans Wilsdorf bringt die Nationalbibliothek vor ihrem Eingang erstmals in ihrer Geschichte eine Gedenktafel an. Enthüllt wird sie am 19. November in einer geschlossenen Feier in Anwesenheit von Bundesrat Didier Burkhalter.

Träger des Balzan-Preises

Geboren wurde Jean Starobinski am 17. November 1920 in Genf. Er studierte Literaturwissenschaft und Medizin. Er arbeitete als Arzt und unterrichtete romanische Sprachen, Ideengeschichte, Medizingeschichte und Geschichte der französischen Literatur. Er hatte Lehraufträge in Baltimore, Genf, Basel, Paris und Zürich.

Einen Namen machte sich Starobinski unter anderem mit seinen Arbeiten zur französischen Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts (Montesquieu, Rousseau, Diderot). 1984 erhielt er den Balzan-Preis für Literaturgeschichte und Kritik.

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