Lena wird 16 Jahre alt und eigentlich will sie nur ganz entspannt ihren Geburtstag feiern. Doch dann bekommt sie ein Geschenk von ihrer Mutter, welche ihre Familie vor Jahren verlassen hatte. Seit ihrem Verschwinden gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr, und nun hält Lena ein seltsames Amulett in ihren Händen, welches ein Geheimnis verbirgt. Doch bevor sie dieses lösen kann, wird ihr das Amulett geraubt.

Gemeinsam mit der «Zoomcrew», einer Gruppe Jugendlicher, die Filme drehen, versucht Lena, das Amulett zurückzukriegen. Dabei muss sie nicht nur Mut beweisen, um den Dieb ausfindig zu machen, sie erfährt auch, warum ihre Mutter sie verlassen musste. Ihre Mutter leidet an Elektrosensibilität. Ihr Körper reagiert stark auf Strahlung. Als das Leben in einer amerikanischen Grossstadt für sie unerträglich wurde, flüchtete sie ins Paradise Valley.

Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben, welche immer eine kurze Zeitspanne beschreiben – entweder aus der Sicht von Lena, dem Amulett-Dieb oder seinem Auftraggeber. Durch die kurzen Kapitel, die ständigen Szenenwechsel und den lockeren, einfachen Schreibstil des Autors lässt sich das Buch flüssig lesen. Lena überzeugt mit ihrer hartnäckigen Art, ihrem Mut und ihrem starken Vertrauen in ihre Freunde. Tom, ein Mitglied der «Zoomcrew», ist ein offenherziger, hilfsbereiter Junge, welcher besonders durch seine gute Erziehung und seinen Versuch, immer alles richtig zu tun, hervorsticht. Beide Protagonisten wirken auf mich sympathisch, auch wenn Lena eine ziemlich sensible, leicht reizbare Person ist.

Ebenso interessant finde ich die Einblicke in die Emotionen des Diebes, welche uns der Autor gewährt. Es handelt sich um einen Jungen, der vollkommen von der Bahn abgekommen ist. In seiner Jugend misshandelt worden, schafft er es auch Jahre später nicht mehr, sich zu integrieren. Diebstähle, Alkohol und Drogen bestimmen sein Leben.

In «Paradise Valley» von Carlo Meier, dem Autor der erfolgreichen Kaminski-Kids-Reihe, wird uns alles schonungslos geschildert. Er schafft es, uns eine Geschichte auf knapp 200 Seiten spannend und fesselnd zu erzählen. Meiner Meinung nach hätte das Buch jedoch an einigen Stellen mehr Tiefgang gebraucht, denn für mich waren nicht immer alle Handlungen der Protagonisten nachvollziehbar. Auf mich wirkte Tom teilweise fast zu offenherzig und Lena sehr naiv. Da fehlt mir die Authentizität. Die Geschichte rund um Lenas Mutter faszinierte mich und lässt viele Fragen für die nächsten beiden Bücher offen.

Das Buch überzeugte mich besonders wegen seiner aussergewöhnlichen Geschichte und des fesselnden Schreibstils. Eine Empfehlung an alle, die Abenteuergeschichten und Jugendthriller mögen.