Das Werk begleitet den Autor und Philosophen Marquis de Sade durch seine letzten drei Lebensmonate 1814 im Hospiz zu Charenton. Darüberhinaus wird das Schicksal seines Schädels verfolgt, der 1818 exhumiert wurde.

Ein Phrenologe versuchte damals, aus de Sades Totenkopf den "amoralischen" Charakter des berüchtigten Erotomanen wissenschaftlich abzuleiten. Der Schädel blieb seither verschwunden.

Chessex' letztes veröffentlichtes Werk, "Un Juif pour l'exemple", hat bei seinem Erscheinen Anfang Jahr eine Polemik ausgelöst. Chessex erzählte darin von einem bestialischen, antisemitisch motivierten Mord, der sich 1942 in Payerne zugetragen hatte. Die Bevölkerung nahm es dem Autor sehr übel, dass er das unrühmliche Kapitel Dorfgeschichte dem Vergessen entrissen hatte.

Das von Kritikern hoch gelobte Werk wurde dennoch eines der meistverkauften Bücher der jüngeren Westschweizer Literaturgeschichte. Bis heute gingen in den frankophonen Ländern 33'000 Exemplare über den Ladentisch.

Jacques Chessex ist am Freitagabend während einer Diskussionsveranstaltung in Yverdon VD 75-jährig gestorben.