Grand Prix der Volksmusik

Lange Schweizer Durststrecke soll bei Jubiläumsausgabe enden

Hackbrettler Nicolas Senn ist eine der Schweizer Hoffnungen (Archiv)

Hackbrettler Nicolas Senn ist eine der Schweizer Hoffnungen (Archiv)

Seit 25 Jahren gibt es den Grand Prix der Volksmusik - gewissermassen eine folkloristische, auf vier Alpenländer beschränkte Variante des Wettsingens Eurovision Song Contest. Die Schweiz konnte den Grand Prix seit 2001 nicht mehr gewinnen.

Damals holte Marianne Cathomen mit dem Titel "Hey Baby, küss mich noch mal" den Titel. Seither ging der Bergkristall immer nach Südtirol oder Österreich. Die Deutschschweizer Hoffnungen ruhen heute beim Finale in Wien auf vier Formationen, die vom hiesigen TV-Publikum bei der Vorauswahl im Mai bestimmt worden waren.

Am meisten Stimmen holte der junge Hackbrettler Nicolas Senn mit seinem Instrumental-Stück "Feuer und Flamme". Qualifizieren konnten sich zudem Yasmine-Mélanie ("Tränen gehören zum Leben"), Stixi & Sonja mit dem Jodlerclub Alpenblume ("Bete zu unserem Herrgott") sowie der Original Voralpen Express ("Pfeif einfach drauf").

Deutsche ewig ohne Titel

Neben der Schweiz, Österreich und Südtirol nimmt auch Deutschland, dessen Durststrecke bereits seit 1994 andauert, an dem Wettsingen und -musizieren teil. Damals waren es Henry Arland mit Hansi und Maxi, die mit "Echo der Berge" siegreich waren.

Der Sieger unter den 16 Teilnehmern wird vom Fernsehpublikum bestimmt, wobei die Zuschauer - wie beim Eurovision Song Contest - für ihr eigenes Land keine Wertung abgeben dürfen.

Zudem gibt eine Fachjury bereits im Vorfeld ihre Stimme ab. Es ist den Interpreten freigestellt, ob sie live, im Halbplayback- oder gar Vollplayback-Verfahren singen wollen. Nur eine Klausel gilt es zu beachten: "Der Auftritt von Tieren ist nicht gestattet."

Einst Seriensieger

Die Jubiläumsausgabe des Spektakels in Wien, die live in den gesamten deutschsprachigen Raum übertragen wird, ist schon seit Wochen ausverkauft. Erwartet werden in der Sendung auch Gewinner früherer Jahre, darunter das Original Naabtal Duo (1988), Stefanie Hertel (1992) und die Zillertaler Haderlumpen (2007).

Die grosse Zeit für die Schweizer Interpreten am Grand Prix war die zweite Hälfte der 90er Jahre: von 1995 bis 1999 ging der Titel Jahr für Jahr in die Schweiz. Im vergangenen Jahr landete der beste Schweizer - Geni Good und seine Glarner Oberkranier - auf Platz 9.

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