Jörg Baumann

Bereits zum vierten Mal versammelten die Lehrerin und Künstlerin Romy Latscha aus Zufikon und Irene Meier-Saxer aus Unterengstringen in diesem Sommer Freizeitkünstlerinnen und -künstler aus der halben Schweiz in Bremgarten. Der Grund dafür war ein Malwochenende. Das Motto war klar: Die Teilnehmer sollten die schönsten Winkel in der Bremgarter Altstadt zeichen und malen.

«Wer teilnahm, stand nicht unter Druck», sagt Romy Latscha, die seit letztem Jahr die Künstlervereinigung Bremgarten präsidiert. «Es stand kein Wettbewerb auf dem Programm. Die Teilnehmer sollten sich in der Gestaltung ihrer Werke frei und unbefangen fühlen.»

Idee stammt aus Holland

Die Idee, Freizeitkünstlern die Chance zu geben, mit Gleichgesinnten zu malen und zu zeichnen, brachte Romy Latscha aus Holland mit in die Schweiz. Sie liess sich ideal nach Bremgarten verpflanzen. Denn an Motiven mangelt es in der malerischen Altstadt nun tatsächlich nicht.

Wer Lust dazu hatte, durfte sich nach dem bestandenen Malwochenende an der Ausstellung im Kreuzgang des Kapuzinerklosters beteiligen. So bannte die 12-jährige Xenia Pfister eine der Kapellen mit Pastellkreide aufs Papier. Der älteste Teilnehmer, der 79-jährige Jean-Pierre Gamper aus Zufikon, belegte in jungen Jahren an einer Kunstgewerbeschule Kurse. Er ist mit Aquarellen vom alten Reusskraftwerk, vom Musikfest und «von Häusern gegenüber» an der Ausstellung vertreten.

Andere bildeten die Reussbrücke oder die Gassen in der Altstadt, die katholische Kirche, das Schlössli oder das Bollhaus und den Kornhausplatz, eine Szene an der Promenade oder den Hexenturm ab. Ihr schönstes Feuerrot holte Antonie Latscha aus Rheinfelden aus dem Malkasten, um das Zeughaus mit einem leuchtend roten Ziegeldach aufs Papier zu bringen - wie es Marc Chagall auch gemacht haben könnte, wenn er je in Bremgarten gemalt hätte.