Schloss Hallwyl

«Kinder mit Geschichte in Kontakt bringen»

Unterstufenschüler aus Seengen testeten im                   Schloss Hallwyl das neue, spezielle Audioguide-Angebot für Kinder

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Unterstufenschüler aus Seengen testeten im Schloss Hallwyl das neue, spezielle Audioguide-Angebot für Kinder

Schlösser sind für Kinder zwar spannend. Aber muss man für die interessanten Fakten immer die langen Texte lesen? Im Schloss Hallwyl nicht mehr. Hier gibt es neu Audioguides für Kinder. Unterstufenschüler aus Seengen testeten an der Vernissage die Kopfhörer.

Fritz Thut

Das spezifische Ton-Angebot für Kinder war schon lange ein Anliegen von Schloss-Hallwyl-Kurator Thomas Frei. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen wurde das Vorhaben erst auf diese Saison hin realisiert.

Auf den Tastaturen der grossen Ohrhörer können die jugendlichen Schlossbesucher an diversen Stationen Nummern eintippen. Kindergerecht sind die entsprechenden Zahlen auf den Infostelen durch einen Vogel mit Knopf im Ohr markiert.

In Dialogform

Die Kinder hören anschliessend auf sie zugeschnittene Ansagen. Anders als das Tonangebot für Erwachsene ist hier nicht einfach reiner Text zu hören. Die von Sarah Caspars zusammengetragenen Informationen wurden von Cri Bertozzi in Dialog-Form umgegossen und dramaturgisch aufbereitet: Die Gespräche zwischen einem Mädchen und ihrem Grossvater ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Stationen.

Im Studio von Magnus Roth (Basel) wurden die einzelnen Beiträge aufgezeichnet, wobei Nora Hass (Zürich) als Mädchen, Raphael Burri (Schaffhausen) als Grossvater und Margrit Schaub (Berlingen) als Sängerin wirkten.

«Versteckte Geschichten»

Das auf die verschiedenen Stationen verteilte Hörspiel folgt folgendem Schema: Das aufgeweckte Mädchen stellt seinem Opa Fragen zu Gegenständen, die es entdeckt. Und zu Tage kommen viele interessante Neuigkeiten, denn der Grossvater ist - welch ein Zufall - Archäologe.

Er hat damit den gleichen Beruf wie Museum-Aargau-Direktor Thomas Pauli, der an der Vernissage natürlich auf diesen Umstand hinwies: «Archäologen finden viele Gegenstände; die meisten sind allerdings kaputt. Doch wenn man die richtigen Fragen stellt, erzählen sie viele versteckte Geschichten.»

Mit dem neuen Audioguide für Kinder wolle man «junges Publikum vor Ort mit der Geschichte in Kontakt bringen». Dieses Ziel wird offensichtlich gut erreicht, denn die rund 50 Unterstufenschüler aus Seengen, die zur Einweihung das neue Angebot austesten durften, kehrten begeistert vom Rundgang zurück.

Mal andächtig lauschend, mal etwas schockiert dreinschauend, mal hastig zu den erwähnten Gegenständen hüpfend, nahmen sie das technische Hilfsmittel völlig unkompliziert in Beschlag. Und wenn sie plötzlich pikierte Blicke und Zurechtweisungen von andern Besuchern ernteten, konnten sie locker auf Anweisungen im Ohr hindeuten: Für einmal ist an gewissen Orten das Berühren von Ausstellungsgegenständen ausdrücklich erlaubt. Mit Sirup und Nussgipfeln wurden die jugendlichen Versuchspersonen für ihren Einsatz entschädigt.

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